Darknet: War die moralische Überführung nur ein simpler Vorwand?

anonymous-229717_640Was ist das Darknet?

Im Darknet hostet jeder PC, der es betritt, Inhalte oder leitet diese weiter – ein Netzwerk unter PC-Usern entsteht. Das Darknet hat also keinen Stammhoster wie Internetseiten – jede Person ist ein Hoster und damit ist bei zwilichtigen Seiten kein eindeutiger Ursprung zuordnbar. Betreten wird dieser undurchsichtige Raum mit anonymen Proxy-Anbietern. Jede Menge kleiner User hosten damit das Gesamtwerk des Darknets in anonymer Form. Entsprechend langsam (abhängig von Proxy-/Usergeschwindigkeit) war/ist der Zugang und fühlt sich nach 90er-Jahre-Internet an. Grafik, Flash, Java findet man kaum vor – zu viele Sicherheitslücken zur Identifikation bestehen. Optisch erinnert es an die Anfänge des Internets. Im Vordergrund steht Text, Kommunikation und Anonymität.
Das Resultat: Personen aus Ländern mit Zensurregeln wie China können so außerhalb der Staatskontrollen miteinander reden, kritisieren, Proteste vorbereiten und für ihre Rechte bei Unterdrückung kämpfen – ohne dass der Staat etwas „dichtmachen“ kann, schließlich gibt es nicht den Hoster. Auch Wikileaks (Enthüller vieler Staatsaffären und politische Missbräuche der USA) macht sich das Darknet für Interaktion zunutze. Anonymität führt aber auch dazu, dass man dort kriminelle Aktivitäten ebenso planen kann. Es ist also eine Medaille mit zwei Seiten, deren schattige Seite vermutlich überwiegt.

Der Eingang

ist durch das Firefox-Bundle mit Tor möglich, das eine Reihe an anonymen Proxy-Anbietern mitbringt und über diese mit dem Internet verbindet. Die Domains enden mit .onion und die DuckDuckGo-Suchmaschine in diesem Raum heißt https://3g2upl4pq6kufc4m.onion/ 

Ein Security Bug ist auch dabei, aber behebbar: “about:config” (ohne Anführungszeichen) in den BrowserURL-Leiste schreiben, Enter. In die erscheinende Suchleiste nun “websocket” tippen. Nun auf  “network.websocket.enabled” doppelklicken und auf „false“ stellen. 
Wer parallel sicher Flash und andere Addons nutzen will, sollte sich dieses Video anschauen.

Das Zahlungsmittel

Das Zahlungsmittel ist der anonyme, nicht verfolgbare Bitcoin, der ebenso nur virtuell existiert, aber eine erhebliche wirtschaftliche Leistung in den letzten Jahren erreichte und dessen Wert explodiert ist (24 Dollar wurden zu 500.000 Euro). Der Bitcoin ist ein riesiges Risikospiel, fällt und steigt wie er will und könnte von heute auf morgen auch verschwinden, würde das Darknet gekappt werden. Aber man kann mit Bitcoins auch Pizza bestellen. 😀 Personen, die Bitcoins hosten, kriegen Transfergebühren und können Bitcoins auch verdienen, ohne bares Geld dafür einzutauschen. Wer also eine Serverfarm zu Hause hat, könnte mitmachen. Für andere sind solche aufwendigen Rechenprozesse dank der Stromrechnung nicht zu empfehlen. Was abfällt, sind auch nur winzige Bruchteile. Ein Job? Eher eine potenzielle, riesige Seifenblase, die aber nicht unbedingt eine sein muss. China hat den Verkehr von Bitcoins jedenfalls verboten. Daraufhin fiel der Bitcoin-Wert mal wieder rasend nach unten. 

surrealistic-155227_640Das dunkle Interesse

Dass die Mächtigkeit des Bitcoins Wirtschaftsmächte interessiert, ist nachvollziehbar. Dass man versucht, das Darknet zu überführen, ebenso. Die offiziellen Vorwände das Reich uneingeschränkter wirtschaftlicher, kritikfreier und anonymer Möglichkeiten in die Fänge zu kriegen, ist leider sehr scheinheilig. Das alte Zensurargument zum Schutz von Kindern, die sexuell missbraucht wurden, wurde präsentiert – und dass man eine Haupstelle des Angebots solcher Materialien überführt hätte. Es wurde applaudiert und schwer übersehen, welche Bedeutung dies effektiv hat.
Ich vermute, das war die erste und vermutlich einzige Seite dieser Art, die dichtgemacht wurde – immerhin scheint mir, dass das Ganze als Paradebeispiel dienen sollte, und das wahre Interesse ganz klar wirtschaftlicher Natur war, aber nun sogar mit moralischer Absegnung des Volks durchkam. Die USA haben anscheinend eine Serverfarm genutzt, um Primärhoster im Darknet zu sein und damit alle Daten abzufangen. Weil sie durch die hohen finanziellen Mittel eine absolute Überzahl an Hostern gegenüber Normalusern darstellen konnten, waren sie in der Lage per Ausschlussverfahren zu errechnen, wer zwischen ihren eigenen Hostern rechnerisch sitzen müsste.
Ist der letzte freie virtuelle Ort nun überführt? Nicht ganz, aber die einstigen Möglichkeiten sind nun auf gutem Wege sich zu verabschieden. Ich finde es schade, dass viele durch den ersten und sicher einzigen oberflächlichen Siegeszug so getäuscht werden konnten (falls es stimmt, was ich als persönliche Conclusio daraus ziehe).

Warum Internetzensur zu mehr Freiheit führen könnte +Nachtrag

Viele, die vom Staat angestellt sind, leben nicht unter der Konkurrenz anderer Branchen, weswegen der Druck, sich abzukrepeln, nicht selten eine Gewissenssache ist. Kurzum: Ich vermute, dass Internetzensur tendenziell zu mehr Nachlässigkeit bei den staatlichen Angestellten für „Internetsauberkeit“ führen könnte. Der Provider antwortet nicht auf eine Löschanforderung einer heiklen Seite? Dann wird die Seite einfach zensiert – sofort man kann weiterarbeiten und sich diese Aufgabe wann anders vornehmen – das Schlimmste ist ja dank Sperre nun vorbei.
Was jetzt nun gesperrt wurde, ist kinderleicht mit einem ausländischen IP-Wechsel durch Proxy rausfindbar.

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Sinkendes unnachvollziehbares Löschen bei Internetzensur?

Dürfen Angestellte jedoch eine Seite nicht blockieren, müssen sie alles dran setzen, sie aus dem Internet zu entfernen. Aus welchen Gründen eine Seite nun geschlossen wurde, ob der Inhalt Politik/Lobby/etc. kritisch war, kann man nicht mehr nachvollziehen. Man erfährt den Grund, warum etwas verschwand, nicht mehr und man kann weder von außen erfahren, ob es rechtens geschah oder nicht. Ob eine Seite mit anonymisierten ausländischen IPs durch DDOS-Attacken abgefeuert wurde, weil der Inhalt für jemanden zu kritisch war, oder ob eine Provideranfrage zu einer fairen Löschung aufgrund belegter Gründe eingereicht wurde – man wird es sehr wahrscheinlich nie erfahren, nicht bemerken, nicht weiter drüber nachdenken und nie herausfinden. Man akzeptiert das Schicksal einer Seite, nicht aufrufbar zu sein und sie gerät ins Vergessene. Wie viele Seiten schon permanent aufgrund ungemütlicher Infos solchen Aktionen zum Opfer fielen, werden wir auch nie erfahren. Und bei gewissen Staaten dürfte das mehr als genug sein.

Und aus diesem Grund kann eine Löschung ebenso aus suspekteren Gründen beauftragt sein als eine Zensur, die man mit einem Proxy übergehen kann. Die Tatsache, dass Internetzensur auch noch zusätzlich zur Löschnachlässigkeit führen kann, bestärkt die Situation, dass weniger auf Teufel-komm-raus unnachvollziehbares Seitenverschwinden stattfindet. Es liegt nicht selten in der Natur des Menschen durch vereinfachte Umsetzungen (Zensur) den Hang zu entwickeln, sich selbst weniger reinzuhängen (Löschung). Sicherlich nicht grundsätzlich, aber tendenziell.

Ein fragwürdiger Streik?

Vor langer Zeit fragte mich mal wer, warum ich nicht gegen die Internetzensur streiken gehe. Ich entgegnete: „Warum streikt ihr, wenn sie so einfach umgehbar ist?“ Die Antwort handelte von Prinzipverhalten. Daraufhin sagte ich, dass ein Streik gegen Gesetze, die für den Alltag weit relevanter und nicht so kinderleicht und auch noch legal umgehbar sind, in meinen Augen weit sinniger wäre.
Mit meinem zufälligen gestrigen Gedanke, finde ich nun, dass die ganze Aktion in gewisser Hinsicht für viele kontraproduktiver sein dürfte, als man vielleicht zuerst gedacht hat – denn das Fehlen von Zensur ist ein Antrieb für mehr gerechte als auch ungerechte Löschung, die man aber als Außenstehender wahrscheinlich nie einsehen und somit nachvollziehen könnte.

Ich bin nicht gegen eine Löschung, ich will nur unterstreichen, welche Risiken das für die Internetfreiheit mit sich bringt und warum menschliche Nachlässigkeit dank Zensur Sachen durchsickern lassen kann, die politisch und wirtschaftlich enorm relevant sein könnten, falls jemals der Falsche am Hebel sitzen sollte. Zensur besänftigt das Gewissen der Zensierer – egal, welcher Inhalt zensiert wird – aber ist entlarvbar, wenn es missbraucht wurde. Löschung ist das nicht und ich bin mir sehr sicher, dass viele Staaten kritische Seiten allein strategisch lieber in die Knie zwingen als sie nur zu vertuschen. Natürlich ist das alles kein entweder-oder – jeder, der unfair löschen will, wird auch einen Weg finden es zu tun -, aber ich lege auch den Schwerpunkt auf die menschliche Nachlässigkeit, die uns bestimmt schon vor mehr Katastrophen bewahrt hat als ein starres System je abzuwehren glaubte – denn dieses ist missbrauchbar. 

1.4.2013 Nachtrag: Warum das Ganze doch eine schlechte Idee ist

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Inzest in Deutschland & Menschenselektion

„Zwillinge“ 
by
Simo ubuntu | CC 2.0 by-sa

Zuletzt machte mich das Bemerken dieser Rechtslage ziemlich wütend. Nach Wikipedia: Inzest #Rechtslage in Deutschland:
 

Rechtslage in Deutschland
Inzest wird in der Bundesrepublik Deutschland und Österreich nur zwischen in gerader Linie Verwandten – also Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, und deren Kindern, Enkeln, Urenkeln – sowie zwischen Voll- und Halbgeschwistern verfolgt. In der Bundesrepublik werden die Abkömmlinge und Geschwister nicht bestraft, wenn sie zur Tatzeit jünger als 18 Jahre waren. Dies bedeutet jedoch nicht, dass dabei gar keine Straftat vorliegt. Die Tat stellt bei Begehung durch Minderjährige eine gegenüber den Minderjährigen bloß nicht verfolgbare rechtswidrige Straftat dar (die dogmatische Einordnung ist strittig). Damit bleiben aber jedenfalls etwa Anstiftung und Beihilfe dazu strafbar. Ein Gericht, das mit einem Inzestfall entsprechend § 173 Abs. 2 Satz 2 StGB betraut ist, kann allerdings nach §§ 153 ff. StPO das Verfahren einstellen.
Im bundesdeutschen Strafrecht bleibt der Tatbestand erfüllt, auch wenn das Verwandtschaftsverhältnis im Sinne des Bürgerlichen Rechts durch Adoption erloschen ist. § 173 StGB stellt nur den vaginalen Beischlaf zwischen engen Verwandten unter Strafe, andere sexuelle Praktiken sind straffrei. Im Jahr 2003 gab es auf Grund dieses Tatbestands in der Bundesrepublik Deutschland zehn Verurteilungen.

Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 26. Februar 2008
Mit Beschluss vom 26. Februar 2008 entschied das Bundesverfassungsgericht, § 173 StGB sei verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden. Der Gesetzgeber verfolge Zwecke, die „jedenfalls in ihrer Gesamtheit die Einschränkung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts legitimieren“: Als Strafgrund stehe der grundgesetzlich gefor-derte Schutz von Ehe und Familie an erster Stelle. Inzestverbindungen führten zu einer Überschneidung von Verwandtschaftsverhältnissen und sozialen Rollenverteil-ungen und damit zu einer Beeinträchtigung der in einer Familie strukturgebenden Zuordnungen. Zudem diene das Inzestverbot dem Schutz der sexuellen Selbst-bestimmung. § 173 StGB habe spezifische, durch die Nähe in der Familie bedingte oder in der Verwandtschaft wurzelnde Abhängigkeiten im Blick. Weiterhin rechtfer-tige auch der Schutz vor Erbschäden das Inzestverbot. Die Entscheidung erging mit 7:1 Stimmen.

Das Sahnehäubchen:

Am 12. April 2012 entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ein-stimmig, dass § 173 StGB mit der Europäischen Menschenrechtskonvention verein-bar ist. Zwar greife die Bestrafung in das Familienleben des Klägers ein, das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens aus Art. 8 Europäische Menschenrechts-konvention sei jedoch nicht verletzt.

Aktuelle Fortpflanzungssperre nach Genen

Ich sag’s ganz harsch: Die Argumentation erinnert doch ziemlich an Hitlers Gedankengut. Gen-Reinheit und Homophobie-Argumente. Danke, Bundesverfassungsgericht, danke.
Im Ernst… wenn man mit gesundheitlichen Faktoren bei der Fortpflanzung argumentiert und dies aufgrund dessen unter Strafe stellt, dann sollte man alle Menschen mit Krankheiten verbannen, Kinder zu zeugen. Hoppla, irgendwie ist niemand 100%ig gesund. Und womit rechtfertigen wir das alles nun?
Das ist dermaßen gegen die Menschenrechte gehend, dass ich ausflippen könnte, dass das in einem Rechtsstaat wie Deutschland absolut Bestand hat. Das hat kein triviales Gericht beschlossen, sondern das Bundesverfassungsgericht und dann noch der Europäische Gerichtshof – wie will man das noch anfechten?! Es war nicht einmal ein knapper Entscheid!

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Anonym Geld empfangen | anonymer Spendenempfang

Oder wie man den eigenen Namen bei neugierigen Blicken ausblenden kann. 
Da ich Personen kenne, die gerne im Internet zu verschiedenen Dingen freiwillige Spenden zur Unterstützung sammeln wollen, aber nicht den Klarnamen angeben möchten (Anonymität und Privatsphäre wahrend), habe ich nach einigen Möglichkeiten gegrübelt.

Was vielleicht funktionieren könnte:

  • Firma aufmachen und im Namen der Firma das Paypal-Konto oder Bankkonto aufmachen.
  • Da Bankkontoinhaber und Paypal-Account-Inhaber nicht identisch sein müssen, könnte man auch schlicht den Account im Namen von Bekannten, aber mit eigenem Bankkonto, führen. Der Bankkontoinhaber wird Spendern bei Paypal nicht verraten.
    • Der folgende Text ist im Falle Paypal überflüssig (s.o.) (Falls Bankkontoinhaber und Account-Inhaber identisch sein müssten und die AGB erlauben sollte, beim Namen die Anrede-Angabe zuzulassen, die auch bei Überweisungen aufs Bankkonto zugelassen ist: Dann könnte man bei einem normalen Personen-Konto bei diversen Banken fragen, ob diese nicht auch langfristig Überweisungen akzeptieren würden, in welchen im Empfängernamensfeld ein Nickname steht (welcher auch im Account angegeben wäre). Das Geld käme nun auch auf dem Bankkonto an – und das Konto wäre damit verifiziert.
      An sich ist der Empfängername bei Überweisungen sekundär, vor allem zählt die Kontonummer und BLZ.) Es würde sich dann empfehlen, mehrere Banken zu fragen.
  • Spendenkonten bei Banken habe ja oft keinen klaren Namensempfänger wie mir scheint. Auch so eines könnte man aufmachen und die Angaben, auf die man sich mit der Bank geeinigt hat, für Paypal übernehmen.
  • Mit Paypal sprechen und fragen, ob man sich nicht einfach darauf einigen könnte, dass nur das Pseudonym bei den Bestätigungsmails für die Spender angezeigt wird und nur bei rechtsbezogenen Nachfragen der Name rausgegeben wird. Nachtrag: Nach diesen Foren-einträgen können nur Business-User statt ihres Namens den Firmennamen anzeigen. 
  • PaySafeCard in Kombination mit Paypal. Neben unterschiedlichen Anbietern gibt es auch paypal-vcc.net. Falls der Bereich infrage kommt: Ich kenne mich hierbei nicht aus und schlage daher unbedingt vor, erst Erfahrungsberichte zu suchen.

Anonymous hat auch ein Spendenkonto bei Paypal – und ich könnte mir gut vorstellen, dass sie ebenso keine Namen rausrücken. Allerdings will ich das nicht erst mit einer Spende rausfinden.


Allgemein mit anonymisiertem Namen Geld empfangen:

– Zahlungen via UKash Codes und Paysafecards empfangen:
  An einer Tankstelle einen PSC Code mit bestimmtem Wert kaufen, dem Empfänger mailen
– Versichertes Paket/Brief an ein Postfach senden lassen
– Versand mit unechtem Namen (zur Sicherheit per Einschreiben)
– Kurierdienste (à la Western Union) vielleicht?
  Man geht zu Western Union, ermächtigt, das Geld an einen bestimmten Ort zu senden und
  der Empfänger kann das Geld bei der entsprechenden Western-Union-Agentur abholen.
  Die Geldtransfer-Gebühren lagen früher zumindest unter den heutigen Paypal-Gebühren.
  Allerdings schreibt hier jemand, dass es nicht so anonym abläuft wie zeit.de wirken lässt.
  Vielleicht war es aber auch nur eine Frage der Summe, ab der man extra nachkontrolliert.
– Überweisungsdaten ohne Inhabernamen rausgeben,
  wenn die Bank Falschschreibung des Empfängernamens zulässt
– Paypalgutscheine: Bisher fand ich nicht raus, inwieweit man diese kaufen+weitergeben kann.
  Es scheint als gäbe es diese nur als Kauf-Aktion-Rabatt durch Paypal & eBay selbst.
– Skrill: Focus-Artikel – leider weiß ich nicht, wie anonym es ist
– Mir noch unbekannt: FlattrGoogle Walletgumroad.commoney.yandex.ru (russisch)
– per Telefon-Gebühr oder SMS (weltweit | Deutschland | Schweiz | AT | anderes)
– Barscheck? ; eine Vermittlungsperson zwischenschalten
– Bestimmte Kreditkarten-Unternehmen, Prepaid-Kreditkarten (?) 
– Banken in der Schweiz (Lichtenstein, Luxemburg?), Bitcoins & co.

Was bekanntermaßen geht

– Eine Zwischenperson/Unternehmen einzubauen. Man erfährt schließlich auch nicht spontan, welche Mitarbeiter eine Firma bezahlt, über die man ein Geschäft regelt – außer natürlich bei rechtlichen Beschwerden.
SMS-Spenden sind sehr gängig und man braucht ja nur die Nummer (über die man bei rechtlichen Problemen auch den Besitzer wie bei Paypal erfahren kann). Ich vermute, dass es eine effektivere Art zu spenden ist als über Paypal. Womöglich ist die Gebührenlast anders und der Name bleibt bei Empfänger wie Sender anonym.  
Flattr.com ist eine Plattform, bei der User Geld einzahlen und dieses auf die Personen verteilt wird, auf deren Flattr-Button man klickt. So lassen sich spontan Blogs und Projekte unterstützen. Möchte man aber nur eine Person/Projekt präferiert unterstützen, klickt man während eines Monats mit dem Account, in den man eingezahlt hat, nur auf den Button jener Person. 

Achtung, Rechtslage 

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Maßlose GEMA? Alternativen & aktueller Stand

 
Dass dank der GEMA-Gebühren-Erhöhung von nicht zu letzt sogar 2000% Clubs um ihre Existenz bangen dürften, schrieb ich grob bereits hier( auch Augsburger Allgemeine | Dehoga Bundesverband  ) 
Weitere neue Tarif-Rechnungen für 2013.

Bild: Bajstock.com


USB-Stick-Gebühren fast 2000% höher

Nun aber werden selbst USB-Stick-Gebühren von der GEMA ab Juli um 1850%* erhöht.
*Chip spricht nicht konkret von reinem GEMA-Wille im ZPÜ-Gesamtgebühren-Anstieg (also GEMA, VG Wort sowie VG Bild-Kunst), Süddeutsche meint hingegen „Dann greift der neue, einseitig von der Gema festgesetzte Tarif“.

Ein USB-Stick kann keine Musik abspielen, ein MP3-Player ja, aber kein simpler USB-Stick – das Fehlen des Kopfhörer-Eingangs ist schließlich nicht zufällig. Ein USB-Stick ist ein reiner Datenüberträger, einem Aktenordner ähnelnd, und kann keine Musik abspielen – das kann nur der PC samt System und Player – hierfür gibt es aber bereits GEMA-Gebühren (sogar rückwirkend auf Jahre, PC-Herstellern wurden damit Schulden angehängt von Zeiten als es keine Gebühren gab!). 
Und jetzt auch USB-Sticks? Das Prozedere wirkt wie das Verlangen von Gebühren für eine CD-Hülle, nur weil man damit Musik transportieren kann – ohne sie damit anhören zu können. Bei Geräten mit Boxen oder Kopfhörer-Eingang wäre es nachvollziehbar, bei isolierten Datenträgern hingegen nicht.
Selbst wenn man sich Boot-Systeme draufkopieren würde, könnte man ohne PC oder entsprechende Anlage nichts abspielen. Und für diese Abspieler gibt es bereits Gebühren.

Eigenleistung liegt in meinen Augen hier fern. Bei Abspielgeräten ist es nachvollziehbar, bei CDs schien mir das ein Überbleibsel zu sein, da früher Musik primär nur so über die Ladentheke ging. Aber nun auf alles Gebühren zu erheben, was nichts abspielen kann, hat in meinen Augen nicht viel mit fairer Marktwirtschaft zu tun. 

 
Um Geld gebrachte Mitglieder? 

Bild: Bajstock.com

Ich verstehe das Ziel der GEMA, Musiker fair zu entlohnen (dem sie ohnehin wohl nicht genügend nachkommen*) und zwar dort, wo Musiker durch Betrug wirklich Verluste machen könnten – aber das hier sind Entlohnungen ohne je Leistung erbracht zu haben. Wenn Musiker Geldprobleme haben, besitzen wir ein Sozialsystem, aber Gebühren unter dem Anspruch einer fairen marktwirtschaftlichen Beziehung zu erheben, die nie existiert hat, ist nicht gerecht. Hier geht es nicht darum, fair zu entlohnen, sondern mit ungerechtfertigten Einnahmen Ansprüche zu erheben, die so nicht bestehen dürften. 

* Das erinnert mich an Sängerin Barbara Clear, die während ihrer Tour 65.000 Euro² Gebühren für eigene Songs abführen musste, erwartet hatte sie mindestens 27.000 Euro Rück-Ausschüttung, bekam aber nur 5.000 Euro. Sie klagte und verlor – die Ausschüttungsmenge läge allein im Ermessen der GEMA selbst. 
²von diesen Zahlen spricht Gulli (verweist auf mkzä) und Euregio. Hingegen spricht Heise von 80.000 Euro abgegeben, 33.200 Euro erwartet, 10.000 Euro bekommen (Heises Quelle existiert nicht mehr). Wikipedia ebenso, mit dem Verweis auf Heise und Gulli(!). In der Wiki-Diskussion verweist die GEMA selbst auf eine nicht mehr vorhandene Quelle. 

Gehört habe ich zudem, dass Michael Jackson, ich glaube, den letzten Deutschlandauftritt seiner Tour vor seinem Tod abgesagt hat, weil er mehr Verluste beim Auftreten in Deutschland eingefahren hätte als Einnahmen erhalten hätte. Das mit Michael Jackson habe ich aber nicht nachgeprüft.

 
Gedrücke in alle Richtigungen 

Vor allem finde ich die Behauptung von Alexander Wolf, Syndikus der GEMA für internationale Rechtsfragen, (hier detaillierter) recht weitblickfrei „Kein Künstler lebt von der Promotion auf Youtube. Und es gibt da auch keine Kausalitäten.“. Ich kenne persönlich Musiker, die sehr gut dadurch verdienen und gerade nur dank Youtube bekannt wurden. Es gibt Bands, die ohne Label und GEMA vor ausverkauften Hallen spielen – so viel dazu, Youtube sei keine Werbung.
Auch hier ein etwas anderes nettes Beispiel: Sängerin Zoe Leela über die GEMA [Gulli]

Dass Musiker selbst Tantiemen für eigene Songs zahlen müssen und dabei weniger rauskriegen können als sie einbezahlt haben, ist bekannt, dass sie über ihr gesamtes Werk ohne Ausnahmen bei der GEMA bei einem Vertrag für 3 Jahre nicht mehr entscheiden können (nicht einmal selbst kostenfrei mit einzelnen Songs Werbung machen können), ist auch bekannt, aber hier kommt noch einmal etwas Deftiges:
– Nur 5% der Musiker bei der GEMA sind stimmberechtigt und dies ist allein von den Einnahmen abhängig. Aber diese 5% kriegen 64,2% der Ausschüttungen nach Heise.
– Sogar wenn man eine Veranstaltung mit GEMA-freier Musik macht, müsse man für jeden einzelnen Song nachweisen, dass er nicht von der GEMA ist (anstatt dass die GEMA die Beweislast trägt). Ist ein einziger Song nicht nachweisbar, müsse man die Gebühren für die komplette Veranstaltung zahlen.

 

Aktuelle GEMA-Alternativen

So lange die GEMA-Problematik kein Ende findet, gibt es ein paar Möglichkeiten:
– Bezüglich freier Sachen ist das hier interessant: C3S.eu
– Eine recht strategische Idee, als Künstler von den Nachteilen der GEMA verschont zu bleiben:

SemperVideo über eine geschickte Möglichkeit.

 

ACTA – das kommende Grauen? Was ist wirklich dran?

Derzeit würde ein Seiteninhaber einfach Mahnungen bei Copyright-Problemen kriegen, die er dann bezahlt, das Bild/Video etc. löscht und die Sache ist vom Tisch.
Durch ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) könnte hingegen der Internetprovider eingreifen und den Zugang stoppen.
Man will im allgemeinen Trend Provider haften lassen und ihnen die Verantwortung zuschieben. Fälle wo es bereits kritisch ist: In Frankreich gibt es bereits eine Überwachungsbehörde, die sich um Tauschbörsennutzer kümmert (3x erwischt werden -> 1 Jahr kein Internet). In GB arbeiten Rechteinhaber mit Providern zusammen, sodass Provider den Datenverkehr ihrer Nutzer live nach Rechtsverletzungen überwachen.

Ein großes Problem ist auch, dass per ACTA angespornt wird, die zweckmäßig ausgewerteten Daten international zu teilen.

Gegen ACTA: Anonymous |Foto: Diamante

Nun ist ACTA ein Handelsabkommen und kein Gesetz  – hat also damit wesentlich weniger zu sagen und kann sich nicht über nationale Gesetze stellen. Auch steht den Ländern offen, inwieweit sie Dinge auf ihre Art umsetzen oder auslassen. Es ist also quasi eine Empfehlung. Und da wir das Verfassungsgericht haben, wird ein Grüner oder Pirat nach dem Durchsetzen von Gesetzen solcher Art, die einen ähnlichen Zeitgeist beinhalten, wahrscheinlich direkt Klage einreichen, sodass ein solches Gesetz vom Verfassungsgericht abgelehnt wird, da es nicht mit unserem Grundgesetz konform ist. Man sollte also aktiv das Verabschieden der Gesetze verfolgen, um zeitig einzugreifen.

Der Trend, alles auf den Provider abzuwerfen, ihn User überwachen zu lassen und für die Haftung verantwortlich zu machen ist das Kritische und steht gegen unser Fernmeldegeheimnis, wenn man den Internetverkehr so drastisch aus Selbstverständlichkeit überwacht (Seiten, E-Mails, Zugriffe,…).

Darum begrüße ich die Streiks bezüglich ACTA. Auch wenn ACTA nicht solch grausige Eingriffsmöglichkeiten hat, wie skandalmäßig berichtet wird, so zeigen die Streiks, dass man diesen Trend der Politiker nicht gutheißt und sich als Nation wehren wird, wenn es ausarten soll. Und da Politiker wiedergewählt werden wollen, sehe ich zwar keine Vernunftseinsicht, aber zumindest eine Angsteinsicht jener.
Die Verhandlung über ACTA wurde nur mit Beteiligung von Interessenvertretern umgesetzt, Volksmeinungen und die Sicht aufs Gemeinwohl sowie Kulturwert wurden nicht einbezogen.

Heute stehen europaweit Streiks auf dem Programm – einsehbar in Google Maps. Herunterladen kann man das Abkommen hier. Und hier wird es detailierter von einem Anwalt erklärt. Und hier kann man bei AVAAZ unterzeichnen. 

Macht eure Meinung öffentlich, zieht Grenzen!

Aktuell: SOPA (Stop Online Piracy Act) – riesiger Zensurbeginn?

Ein amerikanischer Gesetzesentwurf seitens der Republikaner mit
drastischen Folgen.Google, Facebook, Wikipedia, Twitter und viele
andere streiken mit. 

Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Protest_gegen_SOPA
                      http://de.wikipedia.org/wiki/Stop_Online_Piracy_Act 

 

Seiten können auch bisher problemlos verklagt werden und das ist völlig in Ordnung und fair. So geht es schon länger und es ist idR auch kein Problem. Und so lange eine Verhandlung läuft darf eine Sperre auch in meinen Augen durchaus bestehen.

Aber nicht vorher ohne Prozess. Das ist aber genau das, was das Gesetz anvisiert: Ohne Prozess einfach drauflos sperren. Ohne Unsicherheiten wegzuräumen und Dinge klarzustellen. Das kann einfach in pure Massen-Willkürlichkeit umschlagen.
Wer Seiten mit illegalem Inhalt verlinkt, kriegt nicht nur einen finanziellen Hau auf die Finger, um es zu ändern – nein -, dem können Zusammenarbeiten mit Werbemittlern, Bezahldiensten und Servern entzogen werden.

WikiLeaks

Eigentlich ist das genau das, was bei Wikileaks passiert ist: Paypal hat für sie dicht gemacht, Spenden an Wikileaks wurden unterbrochen. Aber da aus der Angst heraus, die Paypal durch den Regierungsdruck hatte. Hier aber wäre es eine rechtlich legitime Sache.

 

Beim Verklagen muss man sich jedes Mal die Mühe machen, einzelne Personen ausfindig zu machen, sie anzuklagen und einen Prozess zu bezahlen sowie einiges an Zeit für den Prozess zu investieren. Oder zumindest einen Anwalt zu bezahlen, der Mahnungen losschickt, bis es dann wirklich zum Prozess und ggf. Sperre kommt – der Seitenbetreiber weiß dann aber vorher, worauf er sich einlässt, wenn er die Mahnungen ignoriert.
Bei Sperren fällt dieser teure Umstand weg, dadurch kann man massenweise Seiten aus dem Internet entfernen.
Von daher würde sich sehr wohl einiges ändern.

Anonymous

Es geht nicht darum, dass heute auch so kaum wer das Urheberrecht beachtet und problemlos dabei wegkommt, sondern darum, dass man in Massenverarbeitung haufenweise Zugänge zu Seiten sperren kann, ohne sich mit dem Betreiber auseinandergesetzt oder ihn informiert zu haben.
Und das geht klar in die Zensur.
Wenn man nun Texte loswerden will, achtet man nur darauf, ob auf einer Seite ein Bild ohne Rechte rumschwirrt und schon darf _alles_ dicht gemacht werden und nicht nur eine allein aufs Bild bezogene Mahnung abgeschickt werden.
Sie sperren ja auch nicht einzelne Bildchen und lassen den Rest bestehen, sondern nehmen das komplette Werk runter, wofür sie in meinen Augen kein Recht haben. Das ist als ob man für den Diebstahl von Socken, die im Haus rumliegen, das ganze Haus abreißt.

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Wer darf mit wem (Deutschland)?

Nach Piology.org

 

Partner A / B <14 14–16 16–18 18–21 >21
<14 ~
14–16 + + x *
16–18 + + + +
18–21 x + + +
>21 * + + +

+ erlaubt
– unerlaubt
~ unerlaubt, aber straflos wegen fehlender Strafmündigkeit
x erlaubt, aber strafbar, wenn eine Zwangslage ausgenutzt wird oder Geld gezahlt wird;
(von einer Strafe wird abgesehen, "wenn bei Berücksichtigung des Verhaltens der Person, gegen die sich die Tat richtet, das Unrecht der Tat gering ist" §182)
* erlaubt, wenn keine fehlende sexuelle Selbstbestimmungsfähigkeit des Opfers ausgenutzt wird.
Verfolgung nur auf Antrag oder bei besonderem öffentlichem Interesse. Sonst wie x, auch §182

§ Zusammenfassung vom neuen JMStV §


Zusammenfassung

alter JMStV (ab 2003):
Wenn auf Website Inhalt ü16 oder ü12 auf Kinderseiten
> Handlungspflicht:
– tagsüber Zeitsperre oder
– Altersnachweis einholen (z.B. per Kredit-karte)
neuer JMStV (ab 2011):
Wenn auf Website Inhalt ü16 oder ü12 auf Kinderseiten
> Handlungspflicht:
– tagsüber Zeitsperre oder
– Altersnachweis einholen (z.B. per Kredit-karte) oder
neue Option:
– altersbezogenen Quellcode für Filtersoft-ware einbauen

Der Effekt:
+ vereinfacht Erwachsenen ü16Inhalt einzusehen (keine umständlichen Alters-nachweise z.B. per Kreditkarte)
+ Eltern können Seiten für ihre Kinder effektiver & individuell rausfiltern
+ ohne Filterinstallation gilt man als ü18
+ weniger Aufrufeinbußen für Gewalt-/ Pornoanbieter (da weniger komplizierte Zugänge für die User)
+ 99% betrifft die neue Regelung nicht, sondern Gewalt-/Pornoanbieter (für die es einfacher wird)
Aspekte:
– ü16Text für Blogger zu schreiben ist sehr schwer (selbst Erotikromane sind gerade mal als Empfehlung ab 14 – siehe Amazon)
– wer ü16Inhalt (betrifft wirklich eher Filme, Bilder) in den letzten 7 Jahren online hatte, hätte die ganze Zeit eine Zeitsperre oder Alterszugangsperren gebraucht, jetzt folgt nur eine simplere Option
– Mahnwelle? Wodurch? Die Regelung betrifft fast niemanden und sie verbessert sogar die Lage.
– selbst Youporn & co. haben Altersbuttons
– Alterseinstufung 0, 6, 12 Jahre = freiwillig
An sich muss niemand was ändern! Aber man kann.


Für Porno-/Gewaltanbieter:
– ihr braucht nun weder Zeitsperre noch Altersnachweis;
– 4000 Euro Mitgliedschaft beim FSM ist nicht nötig;
a) ist es ersichtlich, dass man ü16Inhalt hat (man tut den Quellcode einfach selbst rein und verliert nur Filternutzer (Kinder), kriegt dafür aber einfacher Erwachsene als Besucher)
b) man kann auch Jugendschutzbeauftragte hinzuziehen (hier z.B. ab 6,90 EUR im Monat)


Nachtrag: Der neue JMStV wurde gekippt. Nichts mehr mit Altersmarkierung bei ü16-Inhalt. Jetzt muss wieder gesperrt werden.