Weltenspur - Bunte Themenbeleuchtung

PC-Kaufberatung: Passenden PC schnell finden

2. Mai 2012 | 14:19 von

 

Welche Hardware brauche ich? 

Das werde ich recht oft gefragt, sodass ich es hier beantworten möchte. Zu viel Fachchinesisch, aber sehr bestimmte Wünsche? Dann hier eine Übersicht:


Benchmark: Rangliste der Fähigkeiten

Ein sehr guter Anlaufpunkt sind Benchmarks. Ein Favoriten-Muss, das man beim PC-Kauf stark berücksichtigen sollte.
Ein Beispiel am CPU/Prozessor und häufiger Irrglaube: Man kann die GHz-Werte im Namen nicht als ausschlaggebend sehen und direkt vergleichen, weil sehr viele weitere Metadaten die letztendlichen Ergebnisse enorm beeinflussen. Dafür gibt es Benchmarks, die quasi ein Gesamtergebnis aus den wichtigsten Fähigkeits-Tests ziehen. 

Laptops:
notebookcheck.com: Mobile-Prozessoren-Benchmarkliste
notebookcheck.com: Mobile-Grafikkarten-Benchmarkliste
notebookcheck.com: Welche Spiele laufen auf Notebook-Grafikkarten fluessig?

Desktop-PCs:
pc-erfahrung.de: Grafikkarten-Benchmark
CPUBenchmark.net: CPU list (Sortierfunktion nutzen!) bzw. CPUBenchmark.net

 

Weitere Einschränkungs-Hilfe:

System-Analyse: Welche Spiele passen (nicht):
SystemRequirementsLab.com 

Namens-Wirrwarr:
Die Voraussetzungswerte-Angaben vieler Spiele sind auf Desktop-PCs bezogen und nicht auf Mobile-Versionen. Das heißt, dass der Fähigkeitsbereich von Laptops noch mal eine Runde mehr sinken kann, da man Namen von Mobile- und Desktop-Versionen bei Hardware gerne nahezu gleich lässt. Also immer aufpassen, wie es um die Namensverwandten steht.

Grafikkarten-DirektvergleichHWcompare.com 
(das Äquivalent für Digitalkameras: Snapsort.com)

 

Wie finde ich einen PC mit der gewünschten Hardware?

Wer nun eine Vorstellung seiner Mindestfähigkeit der Hardware hat, kann z.B. idealo.de nutzen. Hier lassen sich Notebooks und Desktop-PCs per Hardware-Angaben suchen und nach dem Preis sortieren. Idealo ist eine gute erste Anlaufstelle, aber nicht die günstigste. Weitere Anlaufstellen für PCs mit bestimmter Hardware und großer Datenbank: NotebookInfo.de , NotebookCheck.com. Hat man nun eine Vorstellung, welcher PC es sein soll, lassen sich mit dem Produktnamen Shopping-Suchmaschinen nutzen. Google ist da ganz gut. Auf eBay sollte man auch vorbeischauen und eingeloggt in der erweiterten Suche nach beendeten Angeboten suchen, um eine Vorstellung des Versteigerungswerts bei z.B. Gebrauchtware zu erhalten.
 

Medizinische Auskünfte online

2. Mai 2012 | 13:37 von

Kostenfrei:

· AOK-Ärzteteam (nur für Versicherte) 
Man achte auch auf das entsprechende Bundesland in der URL. Es ist ein schneller Service.

· CyberDoktor.de
Ein langsamer Service. Quasi ein Forum mit Ärzten, die themenspezifisch helfen, wenn man Glück hat.

Mehr kostenfreiNetdoktor.at | Gesundheitsberatung.de | MeinPsychiater.de | Herzberatung.de
Kostenpflichtig: frag-einen.com/arzt | online-praxis.com
Patient zu Patientmed1.de | Netdoktor.de | Sanego.de

 
“Ich suche ein anderes Medikament”

In diesem Fall eignet sich Sanego.de gut, da man je nach Beschwerde und Wirkstoff Medikamentenlisten einsehen kann, die auch noch von Usern bewertet werden, sodass man einen Überblick über entsprechende Nebenwirkungen als Ranking einsehen kann. Damit kann man schnell rausfinden, welche Nebenwirkungen man mit sich selbst am besten vereinbaren kann. 

Im Blog

Man kann sich hier auch gerne Themen wünschen – vielleicht greife ich sie auch auf.  

Kostenfrei, problemfrei Musik hören

13. Apr 2012 | 22:57 von


SoundCloud.com
– super, aber geringe Auswahl beliebter Künstler
ex.fm – wirkt etwas zwilichtig, Lebensdauer ist ungewiss
like.fm - Vorschauen funktionieren, der Rest ist Youtube-lastig, somit für DE unbrauchbar
Chromus - Projekt vom “Last.fm free music player”-Team. Besser: Das richtige Projekt (s.u.)
GrooveShark.com – geht nur mit Proxy

Musik-Flatrate, die kostet: Simfy | Spotify
 

Endlos Musik aus Lastfm: 

Chrome Installer (bis 18!) oder Chrome Portable 16 beta (bis 18 stable!) 
+ folgendes Plugin: Last.fm free music player | Community

Nun einen Account bei lastfm.de anlegen. Mit dem Plugin kann man jetzt per neben den Titeln auftauchende blaue Play-Buttons so viel Musik hören, wie man will! Einzelne Lieder und Playlists sind komplett anhörbar! Ein fantastisches Plugin, das quasi die gesamte Lastfm-Datenbank viel flexibler anhörbar macht.

 

Weitere Apps:
http://vk.com/bananamusic
http://vk.com/freelastradio

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OPTIONAL: Aktuelles Chrome nebenher als Standardbrowser

Normalerweise beißt es sich mit der Portable-Version.
Lösung: Portable 16 + Chrome Canary 

Canary ist nicht als Standardbrowser installierbar, aber hierdurch klappt es:
SetDefault Chrome entpacken und alles (ohne “User Data”) hier reinkopieren:
C:\Users\ NAME \AppData\Local\Google\Chrome SxS

Danach SetDefault_Chrome.exe starten.
Canary ist nun der Standardbrowser.
 
 

Erklärung:
Portable 16 + aktuell installiertes Stable/Beta/Dev-Chrome sind inkompatibel! Chrome wird un-brauchbar, da es sich mit der Portable-Version beißt! Nur eine Neuinstallation von Chrome hilft. Doch nach einer weiteren Portable-Verwendung funktioniert das installierte Chrome wieder nicht. Daher muss Canary her!
 

• English:  Install Chrome 16 (or use Chrome portable 16) to use Last.fm free music player.
If you want to use the new Chrome browser at the same time then you have to use Chrome Canary + SetDefault Chrome.zip (to use it as default browser you have to extract this zip file, copy the files into this folder C:\Users\ NAME \AppData\Local\Google\Chrome SxS and then you have to start SetDefault_Chrome.exe).  Or this way.

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Ton / Soundkarten-Aufnahme
“Stereomix” (in Preferences bei Audacity) aufnehmen. 
Lame MP3 für Audacity: hier oder hier (Preferences -> Import/Export “MP3 Library Locate”)

Ansonsten kann man nach Downloadern für entsprechende Seiten suchen. Aber wozu? Wenn man online problemlos jedes Lied hören kann, reicht das meiner Meinung nach aus, wenn man nichts unterwegs braucht.

 

„Goldesel Youtube, die GEMA vertritt nur Musikerrechte“

11. Apr 2012 | 20:25 von

Die ewig roten Zahlen Youtubes

Youtube wurde von Google für 1,3 Mrd. Euro gekauft und wurde zum Tochterunternehmen. Youtube hat dank Werbefinanzierung einen Umsatz von 127 Mio. Euro jährlich. Umsatz – nicht Gewinn! Bei den Massen an Servern, die sie für die Datenmenge brauchen; bei all den internationalen Mitarbeitern, Werbekostenerstattung an Youtube-Partner-Accounts und riesigen Traffickosten, die bei all den Aufrufen pro Video aufkommen, dürften sie von dem Gedanken an Gewinn nur träumen – von dem Glauben an einen Tag, an dem sich die reingesteckten Kaufkosten jemals decken sollten, ganz zu schweigen. Es darf sogar angezweifelt werden, ob Youtube mit dem Umsatz die laufenden Kosten überhaupt decken kann und nicht etwa Google zu Hauf Youtube in seinem Minus ausgleichen muss. Google hat Youtube aufgekauft, weil es ein Konkurrent war und nicht weil Youtube etwa profitabel sein könnte.

Wenn jetzt die GEMA nach ihrer Standardabrechnung von Youtube 12 Cent pro Videoaufruf anvisiert, dann wäre das nicht nur unrealistisch, sondern bei diesen hohen Betriebskosten  im Vergleich zu den geringen Werbeeinahmen nicht bezahlbar. Es macht einen riesigen Unterschied, ob man Werbung auf einer trafficleichten Textseite à la Suchmaschine veröffentlicht oder eben auf einer Seite mit Videos, die gerne 2GB Traffic pro Aufruf bringen. Da ist es verständlich, wenn Youtube sich sträubt. Es hätte weitere Verhandlungen gegeben, hätte die GEMA Youtube nicht auch noch verklagt, weil sie angeblich die Videos zu langsam löschen würden. Daraufhin kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Youtube überhaupt nicht mehr mit der GEMA verhandeln wollte. Und ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass Google ebenso kein Interesse auf diesen Stress hatte – das ist es einfach nicht wert, wenn Youtube ohnehin nur rote Zahlen schreibt und man mit Youtube permanent auf Schadensbegrenzung hinausläuft, um nicht noch mehr Rechtsstreits finanzieren zu müssen.


Starke Kritik eigener Mitglieder 

Musiker können die GEMA nebenbei zu Hauf nicht ausstehen. Alle werden über einen Kamm geschert, Ausnahmelizenzen gibt es nicht. Individuelles Handeln? Niemals. Ein Lied mal mit Creative Commons rausbringen? Kann man vergessen. Sogar bei eigenen Auftritten muss man Gebühren an die GEMA zahlen. Die Liste ist auch ewig lang: Mitgliederkritik an der GEMA

Nun ist das Vertreten von Musikerrechten eine wichtige Sache, aber es ist eine andere Sache wie dies umgesetzt wird. Und da hat die GEMA sehr wohl mehr freie Hand als ihre Verteidiger, das Lämmchen schützend, ihr zusprechen. Man handle nach dem Gesetzgeber? Dieser schreibt wohl kaum vor, wann man wen verklagen sollte und welche Höhe die Gebühren haben sollten…
Besonders in einem Land, in dem schon die erste Abmahnung finanziell unverhältnismäßig richtig ins Fleisch beißt, sollte man nicht noch gnadenloser werden…

Und dann die Meinung: Man müsse der GEMA ja nicht beitreten.
Wie will man sonst ohne tonnenschwere Juristenausgaben seine Rechte vertreten sehen, wenn nicht durch eine Verwertungsgesellschaft? Kennt jemand hierfür Alternativen, die sich so stark für einen juristisch einsetzen?

 
Noch einmal Preiserhöhung, bitte!

Neuerdings hat die GEMA die Preise auch noch ins Krankhafte gehoben: Artikel + Beispiel:
“Bei durchschnittlich zehn Veranstaltungen pro Monat in einer mittelgroßen Discothek mit 2 Dancefloors von z.B. 410 und 310 qm bei einem Eintrittsgeld von 8 Euro erhöhen sich die GEMA-Gebühren (inkl. aller Zuschläge) von 21.553 Euro netto/Jahr auf 147.916 Euro netto/Jahr (+ 686 %).”

Die Existenz von Schulveranstaltungen mit GEMA-Musik dürfte damit weitgehend gestorben sein. Von Schulspenden-Veranstaltungen ganz zu schweigen… (mir ist da ein Fall bekannt, da durfte eine Schulspendenveranstaltungen 4stellige Beiträge zahlen). Zusätzlich: Bei solchen Preisen und damit sinkender Vorführung sowie sinkendem Interesse, Veranstaltung aufgrund der dadurch krankhaft steigenden Getränkepreise zu besuchen, wird man erst recht seltener auf Musiker aufmerksam. Diese Leute wissen echt, wie man jedes Stück Werbung dadurch im Keim erstickt. Von all den Jobverlusten, um diese Gebühren zu zahlen, ganz zu schweigen. Wenn man die Kosten nicht decken kann, spart man am Personal, sprich gnadenlose Billiglöhne. Discotheken im Neuanfang mit kaum Umsatz werden damit komplett ruiniert.

 

Gnadenloser als Großunternehmen…

Einige kritisch zu sehende Zitate von Alexander Wolf, Syndikus der GEMA für internationale Rechtsfragen:

Auf die Frage, ob Youtube keine gute Werbung für Künstler wäre. Und wie die MP3-Entwicklung gesehen werde.
“Kein Künstler lebt von der Promotion auf Youtube. Und es gibt da auch keine Kausalitäten.”

“Ich kenne Karlheinz Brandenburg, den genialen Erfinder von MP3, recht gut. Er hat mir seine Erfindung in den 90er Jahren vorgestellt und gezeigt, wie man Musik digitalisiert beziehungsweise komprimiert. Ich habe ihn gefragt, warum bindest du die Musikindustrie nicht ein, das ist ein Teufelszeug. Und dann war die MP3 im Markt und damit die Tür offen, im Internet alles kostenlos massenhaft zu verbreiten. Wenn Sie mich fragen, welche Fehler die GEMA gemacht hat – wir hätten ihn vielleicht anflehen sollen, dass er diese Kompressionstechnologie MP3 nicht einfach freigibt, sondern über die GEMA lizenziert. Dass sich daraus ganze Industrien entwickelt haben, war in der Folge unvermeidlich.”

Warum es Video-Sperren gibt…

 

Revolutionäre, internationale Zukunft?

Die Zukunft dürfte eine zentrale Lizenzstelle haben, die Auszahlungssysteme besitzt, individualisierbar ist und eine riesige Datenbank hat. Dahinter dann auch noch Rechtevertreter und es passt. Eine Lizenzstelle, die den Künstlern selbst überlässt, welche Gebühren sie verlangen und wo Ausnahmen bestehen dürfen. Dadurch hätten Künstler mehr Freiheit und könnten ihre Vorhaben individueller gestalten und Veröffentlicher könnten nach Belieben die Datenbank nach passenden Angeboten durchsortieren.
Und diese Stelle wird irgendwann noch kommen. Und ich werde mich an dem Tag freuen, wenn die Verwertungsgesellschaften, die mit ihren alteingesessenen Beamten nicht im digitalen Zeitalter ankamen, dadurch von der Bildfläche verschwinden und der Zukunft eine faire Basis für Musiker, Nutzer und Veröffentlicher bereitet wird.
Die schönste Ironie wäre, wenn Google so etwas starten würde.
 

Zum Abschluss ein Kommentar von ypsilon2000, der mir ebenso sehr nahe liegt:
“‎Man versucht diesem mit Abmahnungen, Gesetzesinitiativen hin zu mehr Überwachung etc. Einhalt zu gebieten. Aber damit mutet man dem Konsumenten mehr zu, als er für den Konsum von Kunst bereit ist herzugeben, nämlich in letzter Instanz seine persönliche Freiheit.”

 

Wie geht es weiter?

“Das Landgericht Hamburg wird am 20. April klären, wie Youtube sich bei Urheberrechtsverletz-ungen im Fall dieser Videos zu verhalten hat. ” 

Allerdings gibt es zum Glück auch Lichtblicke: Es hat sich bewährt, dass Bands in ausverkauften Hallen spielen, die nicht einmal ein Plattenlabel im Rücken haben…

 

Let House survive!

21. Feb 2012 | 17:38 von


zur Petition

 

“Hugh Laurie … was reportedly ready to accept a pay cut to come back despite saying earlier he was ready to move away from television. Ratings have dropped, however remain really good for a show in its eighth season, said Fox.”
“the network … wanted to see a cut in the license fee before considering renewal. Fox also was only willing to commit to a final 13-episode season instead of the 22 shows that Universal TV wanted.”
Insiders say House MD could have had one more year – National House M.D. | Examiner.com 

“Let me state, publicly and unequivocally, that I love my job, and work much harder at it than most journalists work at theirs.”
Laurie: ‘I’m not sick of House’ | TV | Entertainment | Toronto Sun 

 

(ausnahmsweise mal was anderes…)

ACTA – das kommende Grauen? Was ist wirklich dran?

11. Feb 2012 | 11:25 von

Derzeit würde ein Seiteninhaber einfach Mahnungen bei Copyright-Problemen kriegen, die er dann bezahlt, das Bild/Video etc. löscht und die Sache ist vom Tisch.
Durch ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) könnte hingegen der Internetprovider eingreifen und den Zugang stoppen.
Man will im allgemeinen Trend Provider haften lassen und ihnen die Verantwortung zuschieben. Fälle wo es bereits kritisch ist: In Frankreich gibt es bereits eine Überwachungsbehörde, die sich um Tauschbörsennutzer kümmert (3x erwischt werden -> 1 Jahr kein Internet). In GB arbeiten Rechteinhaber mit Providern zusammen, sodass Provider den Datenverkehr ihrer Nutzer live nach Rechtsverletzungen überwachen.

Ein großes Problem ist auch, dass per ACTA angespornt wird, die zweckmäßig ausgewerteten Daten international zu teilen.

Nun ist ACTA ein Handelsabkommen und kein Gesetz  - hat also damit wesentlich weniger zu sagen und kann sich nicht über nationale Gesetze stellen. Auch steht den Ländern offen, inwieweit sie Dinge auf ihre Art umsetzen oder auslassen. Es ist also quasi eine Empfehlung. Und da wir das Verfassungsgericht haben, wird ein Grüner oder Pirat nach dem Durchsetzen von Gesetzen solcher Art, die einen ähnlichen Zeitgeist beinhalten, wahrscheinlich direkt Klage einreichen, sodass ein solches Gesetz vom Verfassungsgericht abgelehnt wird, da es nicht mit unserem Grundgesetz konform ist. Man sollte also aktiv das Verabschieden der Gesetze verfolgen, um zeitig einzugreifen.

Der Trend, alles auf den Provider abzuwerfen, ihn User überwachen zu lassen und für die Haftung verantwortlich zu machen ist das Kritische und steht gegen unser Fernmeldegeheimnis, wenn man den Internetverkehr so drastisch aus Selbstverständlichkeit überwacht (Seiten, E-Mails, Zugriffe,…). Darum begrüße ich die Streiks bezüglich ACTA. Auch wenn ACTA nicht solch grausige Eingriffsmöglichkeiten hat, wie skandalmäßig berichtet wird, so zeigen die Streiks, dass man diesen Trend der Politiker nicht gutheißt und sich als Nation wehren wird, wenn es ausarten soll. Und da Politiker wiedergewählt werden wollen, sehe ich zwar keine Vernunftseinsicht, aber zumindest eine Angsteinsicht jener.
Die Verhandlung über ACTA wurde nur mit Beteiligung von Interessenvertretern umgesetzt, Volksmeinungen und die Sicht aufs Gemeinwohl sowie Kulturwert wurden nicht einbezogen.

Heute stehen europaweit Streiks auf dem Programm – einsehbar in Google Maps. Herunterladen kann man das Abkommen hier. Und hier wird es detailierter von einem Anwalt erklärt. Und hier kann man bei AVAAZ unterzeichnen. 

Macht eure Meinung öffentlich, zieht Grenzen!

Aktuell: SOPA (Stop Online Piracy Act) – riesiger Zensurbeginn?

18. Jan 2012 | 21:44 von

Ein amerikanischer Gesetzesentwurf seitens der Republikaner mit drastischen Folgen. 
Google, Facebook, Wikipedia, Twitter und viele andere streiken mit. 

Worum geht’s: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Protest_gegen_SOPA
                      http://de.wikipedia.org/wiki/Stop_Online_Piracy_Act 

 

Seiten können auch bisher problemlos verklagt werden und das ist völlig in Ordnung und fair. So geht es schon länger und es ist idR auch kein Problem. Und so lange eine Verhandlung läuft darf eine Sperre auch in meinen Augen durchaus bestehen.

Aber nicht vorher ohne Prozess. Das ist aber genau das, was das Gesetz anvisiert: Ohne Prozess einfach drauflos sperren. Ohne Unsicherheiten wegzuräumen und Dinge klarzustellen. Das kann einfach in pure Massen-Willkürlichkeit umschlagen.
Wer Seiten mit illegalem Inhalt verlinkt, kriegt nicht nur einen finanziellen Hau auf die Finger, um es zu ändern – nein -, dem können Zusammenarbeiten mit Werbemittlern, Bezahldiensten und Servern entzogen werden.

Eigentlich ist das genau das, was bei Wikileaks passiert ist: Paypal hat für sie dicht gemacht, Spenden an Wikileaks wurden unterbrochen. Aber da aus der Angst heraus, die Paypal durch den Regierungsdruck hatte. Hier aber wäre es eine rechtlich legitime Sache.

 

Beim Verklagen muss man sich jedes Mal die Mühe machen, einzelne Personen ausfindig zu machen, sie anzuklagen und einen Prozess zu bezahlen sowie einiges an Zeit für den Prozess zu investieren. Oder zumindest einen Anwalt zu bezahlen, der Mahnungen losschickt, bis es dann wirklich zum Prozess und ggf. Sperre kommt – der Seitenbetreiber weiß dann aber vorher, worauf er sich einlässt, wenn er die Mahnungen ignoriert.
Bei Sperren fällt dieser teure Umstand weg, dadurch kann man massenweise Seiten aus dem Internet entfernen.
Von daher würde sich sehr wohl einiges ändern.

Es geht nicht darum, dass heute auch so kaum wer das Urheberrecht beachtet und problemlos dabei wegkommt, sondern darum, dass man in Massenverarbeitung haufenweise Zugänge zu Seiten sperren kann, ohne sich mit dem Betreiber auseinandergesetzt oder ihn informiert zu haben.
Und das geht klar in die Zensur.
Wenn man nun Texte loswerden will, achtet man nur darauf, ob auf einer Seite ein Bild ohne Rechte rumschwirrt und schon darf _alles_ dicht gemacht werden und nicht nur eine allein aufs Bild bezogene Mahnung abgeschickt werden.
Sie sperren ja auch nicht einzelne Bildchen und lassen den Rest bestehen, sondern nehmen das komplette Werk runter, wofür sie in meinen Augen kein Recht haben. Das ist als ob man für den Diebstahl von Socken, die im Haus rumliegen, das ganze Haus abreißt.

mehr…

Ritalin?

12. Sep 2011 | 13:02 von

Eine Person mit Konzentrationsschwäche wird idR immer weniger leisten können als sie eigentlich könnte. Es beschränkt sie im Ausleben ihrer tatsächlichen Fähigkeiten – besonders im Vergleich zu gesunden Altersgenossen, was dadurch recht unfair ihr gegenüber ist – und wenn es Mittel gibt, die diese Behinderung mildern und diese Person sie verträgt, warum sie nicht ausprobieren? Das Problem kann sein, dass man sich dermaßen auf die Tabletten verlässt, dass der Körper seine eigenen Fähigkeiten (wo vielleicht noch ausbaubares Potenzial war) runterschraubt und man dann erst recht von den Tabletten abhängig wird.

Bei Konzentrationsschwäche gibt es gute Gedankenübungen (z.B. einen wackeligen Ball vorstellen, den man gedanklich fixieren will), Meditationen (z.B. sehr konzentriert eine Kerze vorstellen) und und und. Es gibt Studien über Gedankenübungen, die langfristig ritalinähnliche Effekte bringen und es gibt Mönche, die dank der Meditation im hohen Alter immer noch Konzentrationsfähigkeiten eines Studenten erreichen.

Andererseits: Ritalin hat idR kaum Nebenwirkungen. Wir sind auch abhängig von täglicher Wassereinnahme, vom Schlafen, vom Essen, von Vitaminen. Die Liste, die der Körper ohnehin braucht, um zu funktionieren, wird einfach nur um eine Tabletten-Einnahme länger – das schränkt nicht wirklich ein. Ritalin ist zudem auch nicht der ultimative Burner wie immer angepriesen wird. Bist du gesund, so wird es dich nicht schlauer wirken lassen als du bist und es wird dir keine neuen Fähigkeiten oder neuartige Leistungszustände geben, die du auch sonst nicht schon aus eigenem Können heraus erreicht hättest. Bei ADS hat es aber starken Effekt und führt für gesunde Menschen selbstverständliche Zustände herbei, die diese Personen selbstständig kaum (oder nur mit Qual) erreicht hätten.

Das Problem ist viel mehr, dass die Medikamente sehr oft gesunden Kindern verschrieben werden (besonders Jungs sind im frühen Alter ganz normal hippelig), weil Mütter ihre Kinder ruhig kriegen wollen. Das passiert deshalb so oft, weil Ritalin nicht vom Neurologen selbst verschrieben werden muss, sondern jeder Hausarzt es verschreiben kann. Es ist einfach schade um das Glück des Kindes, in seiner Jugend einfach mal abdrehen zu dürfen. Es wäre besser, wenn es freiwilliger laufen würde, sodass das Kind selbst entscheiden kann, wie es sein möchte und wie es sich besser fühlt, und nicht bevormundet zurechtgebogen wird. Auf der anderen Seite ist es aber auch verständlich. Eine Mutter mit 5 Kindern und einem Fulltimejob kommt einfach auch irgendwo an ihre Grenzen und man kann nicht von ihr übermenschliche Kraft erwarten, alles auf herkömmliche Art und Weise im Griff zu haben.
Manche Kinder kommen in einem Penthouse zur Welt, manche in einer Sozialwohnung mit lauten, weinenden und anstrengenden Geschwistern. Es stehen einem einfach nicht immer die gleichen MIttel und Zeit zur Verfügung, um Probleme aufzulösen. Und bevor man aus eigener Einschränkung heraus dann ein Kind aufgrund von großer Energie und Rüpelhaftigkeit die anderen Geschwister psychisch plätten lässt und damit nachhaltig verstört, ist es nachvollziehbar, dass man zu solchen Mitteln greift. Und manchmal sollte man sich auch an die Nase packen: Wer setzt denn in seinem Leben schon alles immer astrein und 100%ig angemessen um? Wer geht in der Not nicht auch mal einen provisorischen Weg? Ich würde da nicht direkt verurteilen, jeder versucht sich eben auf seine Art zu helfen.

Grundsätzlich kann man sagen: Wenn damit Schlimmeres vermieden werden kann und die Nebenwirkungen gering sind, ist der Versuch in Ordnung.
Aber das ist nur meine Meinung. Weitere Meinungen?

Hier übrigens ein netter Artikel.

Politische Kritik

28. Jun 2011 | 21:41 von

Kritiker sollten bedenken:
Wenn man oben steht, ist man gerne von allerlei Lobbys und Bekanntschaften abhängig und die hat man automatisch, wenn man sowieso in dem Milieu verkehrt und es die eigene Meinung widerspiegelt (da hängt idR fast jeder mehr oder weniger in den oberen Plätzen mit drin). Durchdacht eben, die Wählerschaft nicht zu vergraulen und die eigenen Quellen am Leben zu erhalten. Da leidet die Ehrlichkeit auch öfter drunter, aber dass das System ist, wie es ist und dass gerne sehr umstrittene Personen Erfolg haben, dazu tragen in diesem Land alle bei – da würde ich nicht die Schuld prinzipiell einfach abwälzen. Konkrete nachgewiesene Vorgehensweisen zur Verbesserung oder eigenes Beteiligen am Problem bleiben dann aber aus solchen Seiten gerne aus. Mehr Aktion also. Wobei Rumkritisieren auch gut ist – man findet eher gemeinsamere Nenner (und vielleicht haben einige in den eigenen Reihen Lösungsvorschläge) statt alles hinzunehmen. Aber eben konstruktiv statt mit Geschrei, Menschenbildern und Emotionen.

Bürgergeld

28. Jun 2011 | 21:41 von

Und weil ich nun schon öfter beim Einheitssteuersatz nach Kirchhof nebenbei vom Bürgergeld BGE als angepriesene Lösung gelesen habe:
Es ist eben ein Unterschied, ob man schon bereits was für das Geld tut (arbeiten) und dann weniger abgezogen kriegt oder ob man nichts tun muss und das Geld nicht mal beantragen muss.
Es wird selbstverständlicher vom Staat zu leben -> das ergibt eine völlig andere Arbeitsmentalität in der Gesellschaft und das Leben von den Steuern anderer gilt dadurch als weniger tabuisiert.
Durch solch eine Mentalität kann das Wirtschaftswachstum sehr leicht floppen und die Wahrscheinlichkeit, dass mehr Personen davon Gebrauch machen könnten als erwartet und dafür sehr viele steuerpflichtige Jobs verwerfen würden, ist hoch. Es ist immer noch ein Unterschied, ob man um Stütze bittet oder ob man sie direkt ohne zu fragen immer aufs Konto kriegt. Und wenn man losziehen muss, um sie zu erbitten, ist das aufwendig genug, um viele daran zu hindern, davon Gebrauch zu machen, wenn es nicht wirklich notwendig wird. Kriegt es jeder direkt, verliert der Staat mehr Geld als er es sonst getan hätte.

Es werden Personen unterstützt, die das Geld nicht brauchen und mit dem Bürgergeld kann man sich auch reinwaschen, sprich dort kein Geld mehr ausgeben und da nicht mehr unterstützen, wo es wirklich umfangreicher notwendig wäre. Firmen dürften Gehälter kleinerer Arbeitnehmer damit ebenso gerne senken. Das Notwendigste zum Leben muss ja nicht mehr gezahlt werden.

Beim Vereinfachen des Steuerapparats kommt hingegen mehr Geld zustande, da man sonst in der höheren Liga schwer darauf fokussiert ist, sich armzureden. Beim Verändern der Transferleistungen aber, um die man sonst bitten muss, entstehen Mehrausgaben, weil jeder nun prinzipiell was kriegt (egal ob er’s braucht oder erfragt). Und die Mentalität ändert sich – ein extrem hohes wirtschaftliches Risiko, das einfach total unnötig ist! Wer in diesem Land wirklich Probleme hat, der hat auch Möglichkeiten, finanzielle Hilfe durch andere zu kriegen. Die muss man einem nicht direkt nachwerfen und dadurch klare, große wirtschaftliche Risiken eingehen.

Da viele oft auch an eine extrem hohe Konsumsteuer zum Decken des Bürgergelds denken: So etwas unterstützt den Kauf ausländischer Waren, die aufgrund ihrer Preiswertigkeit keine enorme Preiserhöhung im Vergleich zu inländischen Waren erleiden müssten, und schwächt die Binnenwirtschaft stark (bei solch hohen Preisen achtet man viel stärker auf jeden zusätzlichen Cent (besonders Unternehmen) – anders als derzeit, wo ein Fehlkauf nicht sehr wehtut). Außerdem würde Deutschland als Reiseziel und Investitionsort für Personen aus dem Ausland wesentlich unattraktiver werden -> weniger Investition, weniger Einnahmen. Viel zu hohe Steuern auf Produkte schaffen ernste Probleme – das Umland, von dem Deutschland abhängig ist, hat andere Systeme. Ein solches Inselphänomen birgt wieder viel zu große, unnötige und ernste Risiken, dafür dass sonst keine überdimensionale Verbesserung eintreten muss.

Bei Kirchhof gibt es solch ernste Risiken nicht – es ist ‘ne simple interne Sache. In Mitleidenschaft könnten aber z.B. Steuerberater gezogen werden. Doch irgendeine Arbeitsgruppe leidet bei Fortschritten, die für die Gesamtheit gut sein können, i.d.R. unvermeidlich immer (siehe neue Energiegewinnungsvorgänge, Schreibmaschinen- & ersetzte Fabrikangestellte usw.).