Ice-Bucket-Challenge: Verschwörung gegen Tierversuche in der Forschung

Die Ice-Bucket-Challenge für die ALS-Krankheit geht derzeit umher. Ich bin fasziniert und froh darüber, wie viel Zusammenarbeit möglich ist und wie viel effizienter man Patienten nun helfen kann.
Wer das Bill Gates-Video noch nicht kennt, sollte es unbedingt noch nachholen:

Problem mit verschleierten Verschwörungstheoretikern unter falschem Namen

Neuerdings folgen aber auch sehr problematische Artikel. So verweist N24 auf die Kritik der (in meinen Augen sektengruppenartigen) “Ärzte gegen Tierversuche“, die im allgemeinen alle Tierversuche ablehnt und gleichzeitig die ALS-Aktion scharf kritisiert, weil beim Erforschen der Krankheit Tierversuche stattfinden. Diese Artikel führen zu einer Abkehr der Spender und sind damit fatal.

Auf der Seite von “Ärzte gegen Tierversuche” fand ich bisher KEINEN einzigen aktiven Humanmediziner (nur einen Rentner) und sie scheint ein Verlängerungsarm von PETA zu sein mit ein paar Veterinärmedizinern, die bewusst das Wort “Tier” bei Tierärzten weglassen. Wirkstoffe dieses Kalibers sind ethisch nicht akzeptabel versuchsfrei direkt an Menschen zu testen. Riskantere Medikamente erfordern Tierversuche, bevor Patientenstudien kommen können, alles andere wäre extrem fahrlässig. Im medizinischen Bereich gibt es nicht ohne Grund eine Ethikkommission, die die Versuche absegnen muss und in der Sozialwissenschaftler, Theologen, Juristen etc. sitzen. Es wird nicht zum Spaß rumgespielt, es werden Gene bewusst verändert, um an Krankheiten überhaupt forschen zu können.
Die von der Gruppe angepriesenen Alternativen wie Computersimulation sind meistens untauglich und zeigen eben keine unvorhersehbaren Wirkungen. Zellkulturen zeigen ebenso keine Wirkung auf einen Gesamtorganismus. Wirkstoffe so an Menschen zu geben wäre ein Todesurteil.

Es mag sein, dass Tierversuche bei ALS weniger effektiv sind als sonst, da man die Gene in Knock-out-Mäusen umändern muss, um bessere Effekte zu sehen, aber eine Aufhebung der Tierversuche würde jegliche Medikamentenherstellung behindern, da man nicht in die nächste Phase – Patientenversuch – gehen kann, ohne vorher die mindeste Sicherheit bei Tierversuchen zu beobachten. Einem solchen Risiko dürfen Patienten nicht ausgesetzt sein – das würde jede Ethikkommission stoppen. 

Problematische Auswirkungen

Die von der Gruppe empfohlene Universität Essen hat vermutlich zugestimmt, dass keine Tierversuche stattfinden, da sie wohl kaum eine Forschungsgruppe der Größe haben, die es möglich machen würde, in nächster Zeit in höhere Wirkstoff-Versuchsphasen überzugehen oder gar an einer Medikamentenherstellung beteiligt zu sein. Ich vermute, dass die Forschungsgruppe hierbei wahrscheinlich zu klein ist und anderen Fokus hat. Darum dürfte es der Uni Essen wahrscheinlich leichter fallen, diese Gruppe zu beschlichten.

Ich finde es fatal, dass Nachrichtenseiten derzeit dieser Gruppe eine Plattform bieten und den medizinischen Namen, welcher durch die Gruppe bewusst manipuliert wurde und welcher sich in seiner richtigen Fassung zu Respekt vor Patienten verpflichtet, fahrlässig in den Dreck ziehen lassen. Es ist nicht falsch, der Uni Essen zu spenden, aber die Hintergründe sollten eben nicht die “Argumente” dieser Gruppe sein. Wahrscheinlich gehen mit der Abkehr-Aktion auch noch Gelder für viele Forschungsgruppen verloren, was ich sehr schade finde.

Diese (Verschwörungs?-)gruppe interessiert sich nicht für ethische Forschung, sondern bevorzugt offensichtlich Patientenstudien über Tierstudien, propagiert Veganismus etc. – kurzum ein verlorenes Menschenleben in der Forschung erscheint ihnen wohl lieber als eine tote Maus. Es besteht kein objektiver Blick, sondern pure Verfärbung durch PETA-Anhänger. Bitte nicht von den Märchen dieser Gruppe täuschen lassen. Danke.

Nachtrag: Tierversuche in der Kosmetik

Weil ich es immer wieder lese. Nein, Tierversuche in der Kosmetik sind nicht erlaubt und wären auch obsolet. Kosmetikhersteller bedienen sich an einem bereits vorhandenen Repertoire an Studienergebnissen mit den gleichen Wirkstoffen. Auf dieser Grundlage verwenden sie Wirkstoffe in eigenen Kosmetikprodukten. Neben dem Aspekt, dass Tierversuche hier nicht erlaubt sind, würde auch kein Hersteller so ineffizient sein und enorm teure eigene Studien bezahlen, wenn es bereits genug Studien zu den verwendeten Wirkstoffen im medizinischen Zusammenhang gibt.

Altersprozess wurde rückgängig gemacht

Der Hauptartikel auf Weltenspur über unsterbliche Tiere und die Übertragung auf uns. Sowie hier neue Zusätze:

31. März 2014
Substanz gefunden, um Alterung rückgängig zu machen

Eine Substanz, die NAD im Körper erhöhen lässt, hat bei Mäusen den Alterungsprozess rückgängig gemacht. Nun folgt eine menschliche Studie. Aber auch Gelder werden für mehr Studien gebraucht.
Artikel | Cell.com | Reddit-Diskussion


21. August 2013
Dieses Mädchen altert nicht

Am 19.08.2013 erschienen Artikel über ein genetisches Wunder: 
Diese 8-Jährige altert nicht. Warum, ist noch ungeklärt.

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Darknet: War die moralische Überführung nur ein simpler Vorwand?

anonymous-229717_640Was ist das Darknet?

Im Darknet hostet jeder PC, der es betritt, Inhalte oder leitet diese weiter – ein Netzwerk unter PC-Usern entsteht. Das Darknet hat also keinen Stammhoster wie Internetseiten – jede Person ist ein Hoster und damit ist bei zwilichtigen Seiten kein eindeutiger Ursprung zuordnbar. Betreten wird dieser undurchsichtige Raum mit anonymen Proxy-Anbietern. Jede Menge kleiner User hosten damit das Gesamtwerk des Darknets in anonymer Form. Entsprechend langsam (abhängig von Proxy-/Usergeschwindigkeit) war/ist der Zugang und fühlt sich nach 90er-Jahre-Internet an. Grafik, Flash, Java findet man kaum vor – zu viele Sicherheitslücken zur Identifikation bestehen. Optisch erinnert es an die Anfänge des Internets. Im Vordergrund steht Text, Kommunikation und Anonymität.
Das Resultat: Personen aus Ländern mit Zensurregeln wie China können so außerhalb der Staatskontrollen miteinander reden, kritisieren, Proteste vorbereiten und für ihre Rechte bei Unterdrückung kämpfen – ohne dass der Staat etwas “dichtmachen” kann, schließlich gibt es nicht den Hoster. Auch Wikileaks (Enthüller vieler Staatsaffären und politische Missbräuche der USA) macht sich das Darknet für Interaktion zunutze. Anonymität führt aber auch dazu, dass man dort kriminelle Aktivitäten ebenso planen kann. Es ist also eine Medaille mit zwei Seiten, deren schattige Seite vermutlich überwiegt.

Der Eingang

ist durch das Firefox-Bundle mit Tor möglich, das eine Reihe an anonymen Proxy-Anbietern mitbringt und über diese mit dem Internet verbindet. Die Domains enden mit .onion und die DuckDuckGo-Suchmaschine in diesem Raum heißt https://3g2upl4pq6kufc4m.onion/ 

Ein Security Bug ist auch dabei, aber behebbar: “about:config” (ohne Anführungszeichen) in den BrowserURL-Leiste schreiben, Enter. In die erscheinende Suchleiste nun “websocket” tippen. Nun auf  “network.websocket.enabled” doppelklicken und auf “false” stellen. 
Wer parallel sicher Flash und andere Addons nutzen will, sollte sich dieses Video anschauen.

Das Zahlungsmittel

Das Zahlungsmittel ist der anonyme, nicht verfolgbare Bitcoin, der ebenso nur virtuell existiert, aber eine erhebliche wirtschaftliche Leistung in den letzten Jahren erreichte und dessen Wert explodiert ist (24 Dollar wurden zu 500.000 Euro). Der Bitcoin ist ein riesiges Risikospiel, fällt und steigt wie er will und könnte von heute auf morgen auch verschwinden, würde das Darknet gekappt werden. Aber man kann mit Bitcoins auch Pizza bestellen. :D Personen, die Bitcoins hosten, kriegen Transfergebühren und können Bitcoins auch verdienen, ohne bares Geld dafür einzutauschen. Wer also eine Serverfarm zu Hause hat, könnte mitmachen. Für andere sind solche aufwendigen Rechenprozesse dank der Stromrechnung nicht zu empfehlen. Was abfällt, sind auch nur winzige Bruchteile. Ein Job? Eher eine potenzielle, riesige Seifenblase, die aber nicht unbedingt eine sein muss. China hat den Verkehr von Bitcoins jedenfalls verboten. Daraufhin fiel der Bitcoin-Wert mal wieder rasend nach unten. 

surrealistic-155227_640Das dunkle Interesse

Dass die Mächtigkeit des Bitcoins Wirtschaftsmächte interessiert, ist nachvollziehbar. Dass man versucht, das Darknet zu überführen, ebenso. Die offiziellen Vorwände das Reich uneingeschränkter wirtschaftlicher, kritikfreier und anonymer Möglichkeiten in die Fänge zu kriegen, ist leider sehr scheinheilig. Das alte Zensurargument zum Schutz von Kindern, die sexuell missbraucht wurden, wurde präsentiert – und dass man eine Haupstelle des Angebots solcher Materialien überführt hätte. Es wurde applaudiert und schwer übersehen, welche Bedeutung dies effektiv hat.
Ich vermute, das war die erste und vermutlich einzige Seite dieser Art, die dichtgemacht wurde – immerhin scheint mir, dass das Ganze als Paradebeispiel dienen sollte, und das wahre Interesse ganz klar wirtschaftlicher Natur war, aber nun sogar mit moralischer Absegnung des Volks durchkam. Die USA haben anscheinend eine Serverfarm genutzt, um Primärhoster im Darknet zu sein und damit alle Daten abzufangen. Weil sie durch die hohen finanziellen Mittel eine absolute Überzahl an Hostern gegenüber Normalusern darstellen konnten, waren sie in der Lage per Ausschlussverfahren zu errechnen, wer zwischen ihren eigenen Hostern rechnerisch sitzen müsste.
Ist der letzte freie virtuelle Ort nun überführt? Nicht ganz, aber die einstigen Möglichkeiten sind nun auf gutem Wege sich zu verabschieden. Ich finde es schade, dass viele durch den ersten und sicher einzigen oberflächlichen Siegeszug so getäuscht werden konnten (falls es stimmt, was ich als persönliche Conclusio daraus ziehe).

Warum Internetzensur zu mehr Freiheit führen könnte +Nachtrag

Viele, die vom Staat angestellt sind, leben nicht unter der Konkurrenz anderer Branchen, weswegen der Druck, sich abzukrepeln, nicht selten eine Gewissenssache ist. Kurzum: Ich vermute, dass Internetzensur tendenziell zu mehr Nachlässigkeit bei den staatlichen Angestellten für “Internetsauberkeit” führen könnte. Der Provider antwortet nicht auf eine Löschanforderung einer heiklen Seite? Dann wird die Seite einfach zensiert – sofort man kann weiterarbeiten und sich diese Aufgabe wann anders vornehmen – das Schlimmste ist ja dank Sperre nun vorbei.
Was jetzt nun gesperrt wurde, ist kinderleicht mit einem ausländischen IP-Wechsel durch Proxy rausfindbar.

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Sinkendes unnachvollziehbares Löschen bei Internetzensur?

Dürfen Angestellte jedoch eine Seite nicht blockieren, müssen sie alles dran setzen, sie aus dem Internet zu entfernen. Aus welchen Gründen eine Seite nun geschlossen wurde, ob der Inhalt Politik/Lobby/etc. kritisch war, kann man nicht mehr nachvollziehen. Man erfährt den Grund, warum etwas verschwand, nicht mehr und man kann weder von außen erfahren, ob es rechtens geschah oder nicht. Ob eine Seite mit anonymisierten ausländischen IPs durch DDOS-Attacken abgefeuert wurde, weil der Inhalt für jemanden zu kritisch war, oder ob eine Provideranfrage zu einer fairen Löschung aufgrund belegter Gründe eingereicht wurde – man wird es sehr wahrscheinlich nie erfahren, nicht bemerken, nicht weiter drüber nachdenken und nie herausfinden. Man akzeptiert das Schicksal einer Seite, nicht aufrufbar zu sein und sie gerät ins Vergessene. Wie viele Seiten schon permanent aufgrund ungemütlicher Infos solchen Aktionen zum Opfer fielen, werden wir auch nie erfahren. Und bei gewissen Staaten dürfte das mehr als genug sein.

Und aus diesem Grund kann eine Löschung ebenso aus suspekteren Gründen beauftragt sein als eine Zensur, die man mit einem Proxy übergehen kann. Die Tatsache, dass Internetzensur auch noch zusätzlich zur Löschnachlässigkeit führen kann, bestärkt die Situation, dass weniger auf Teufel-komm-raus unnachvollziehbares Seitenverschwinden stattfindet. Es liegt nicht selten in der Natur des Menschen durch vereinfachte Umsetzungen (Zensur) den Hang zu entwickeln, sich selbst weniger reinzuhängen (Löschung). Sicherlich nicht grundsätzlich, aber tendenziell.

Ein fragwürdiger Streik?

Vor langer Zeit fragte mich mal wer, warum ich nicht gegen die Internetzensur streiken gehe. Ich entgegnete: “Warum streikt ihr, wenn sie so einfach umgehbar ist?” Die Antwort handelte von Prinzipverhalten. Daraufhin sagte ich, dass ein Streik gegen Gesetze, die für den Alltag weit relevanter und nicht so kinderleicht und auch noch legal umgehbar sind, in meinen Augen weit sinniger wäre.
Mit meinem zufälligen gestrigen Gedanke, finde ich nun, dass die ganze Aktion in gewisser Hinsicht für viele kontraproduktiver sein dürfte, als man vielleicht zuerst gedacht hat – denn das Fehlen von Zensur ist ein Antrieb für mehr gerechte als auch ungerechte Löschung, die man aber als Außenstehender wahrscheinlich nie einsehen und somit nachvollziehen könnte.

Ich bin nicht gegen eine Löschung, ich will nur unterstreichen, welche Risiken das für die Internetfreiheit mit sich bringt und warum menschliche Nachlässigkeit dank Zensur Sachen durchsickern lassen kann, die politisch und wirtschaftlich enorm relevant sein könnten, falls jemals der Falsche am Hebel sitzen sollte. Zensur besänftigt das Gewissen der Zensierer – egal, welcher Inhalt zensiert wird – aber ist entlarvbar, wenn es missbraucht wurde. Löschung ist das nicht und ich bin mir sehr sicher, dass viele Staaten kritische Seiten allein strategisch lieber in die Knie zwingen als sie nur zu vertuschen. Natürlich ist das alles kein entweder-oder – jeder, der unfair löschen will, wird auch einen Weg finden es zu tun -, aber ich lege auch den Schwerpunkt auf die menschliche Nachlässigkeit, die uns bestimmt schon vor mehr Katastrophen bewahrt hat als ein starres System je abzuwehren glaubte – denn dieses ist missbrauchbar. 

1.4.2013 Nachtrag: Warum das Ganze doch eine schlechte Idee ist

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USA-Shutdown: Erläuterung und harsche Kritik

Die USA haben bei der Staatskasse dichtgemacht aufgrund einer fehlenden Einigung im Kongress. Die Kosten belaufen sich bei 3 Wochen Shutdown auf den entstanden Schaden durch Hurrikan Katrina und Supersturms Sandy.
Wie ist es dazu gekommen?

Einleitung ins Regierungswesen

Das Pendant des USA-Kongresses ist das deutsche Bundesparlament.
Der Kongress / Bundesparlament beinhaltet zwei Kammern:

- das Repräsentatenhaus hat Abgeordnete, die nach der Größe einzelner Bundesstaaten bemessen werden (alle zwei Jahre neu gewählt). Es wird hier nach Kandidaten gewählt. Damit entspricht das quasi der Erststimme des Deutschen Bundestags (was zu Direktmandaten führt, die ins Parlament einziehen). Gleichzeitig geht es beim Bundestag zwar um Direktmandate, aber eben nicht rein um Landkreisvertretung, sondern besonders stark um nationale Wahlkreisvertretungen durch Parteien – anders als bei der Staatenvertretung durch die Senatoren in den USA. Damit ist das Repräsentantenhaus quasi als Ganzes ein Pendant zum Bundesrat, aber mit Direktmandaten (Länderparlament / Abgeordnete vertreten Bundesländerinteressen). Die Direktmandate gibt’s bei uns nur im Bundestag. Beim Bundesrat entscheiden die Landesregierungen jedoch selbst, wen sie als Mitglieder reinschicken.

- der Senat mit je 2 Senatoren pro Bundesstaat (Wahl alle 6 Jahre, aber 1/3 wird bereits alle 2 Jahre neu gewählt) war als stabileres Haus im Parlament gedacht. Im Endeffekt schwankt dort die Mehrheit aber stärker als im Repräsentantenhaus, da hier jedes Bundesland nur 2 Senatoren hat und jede kleine Ausrichtungsänderung eines jeden kleinen Bundestaats viel stärker ins Gewicht fällt. 

Dem allen steht als Gegengewicht der Präsident gegenüber, der ebenso viel Mitbestimmungsrecht hat. In Deutschland unterzeichnet der Bundespräsident nur Gesetze und agiert nur noch repräsentativ, quasi Dekoration (aus der Lehre des WWII). Senat und Rep-Haus sind fast gleichgestellt. 

Das Shutdown-Problem

Beim Shutdown-Problem schlug das Rep-Haus die Rausnahme des nationalen Krankenkassensystems (das in Deutschland selbstverständlich ist) bezgl. der USA-Haushaltsfinanzlage vor, der Senat strich das durch und gab es ans Rep-Haus wieder. Dieses änderte das wieder um und verlangte wieder die Rausnahme, der Senat strich es wieder durch.
Quasi so ähnlich als ob der Bundestag einen Gesetzesentwurf schriebe und der Bundesrat dies ablehnt und zur Korrektur zurücksendet. 

Im Repräsentantenhaus sitzen derzeit mehr Republikaner als Demokraten. Im Senat sitzen derzeit mehr Demokraten als Republikaner. Damit ist klar, dass sich die beiden Parlamentskammern in die Haare kriegen. (ähnlich ist es in Deutschland: Wenn die Wahlkreisverteilung im Bundesrat und Bundestag sich zu sehr unterscheidet, werden Gesetze weitaus öfter blockiert, da keine Einigung herrscht). Da sich die beiden US-Kammern nicht einigen konnten, kam der Shutdown: Staatsbedienstete kriegen Zwangsurlaub, da keine Finanzierungseinigung zustande kommt.

Meine Meinung

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Der Weg aus allen Schranken hinaus – auf eine ungewöhnliche Art

Sprung | by Jessica Mullen

Heute fiel mir etwas im Leben unglaublich Ausschlaggebendes auf, was ich gerne teilen möchte. Es gab eine Zeit, in der ich extrem zu allem motiviert war und endlos Energie hatte, alles umzusetzen, was ich mir vornahm. Doch irgendwann hatte ich meinen Schlüssel dorthin verloren. Dies ist mein Weg zurück, um Schranken zu brechen. Auf eine recht ungewöhnliche Art. 

Früher, als ich unaufhaltbar motiviert war, hatte ich eine andere Wahrnehmung: Ich nahm meine Physik nicht persönlich. Viele “leben” Anstrengungen und Arbeit durch ihre Augen, durch das, was der Körper rückmeldet. Man wird zum Körper, man ist der Körper. Ist man das wirklich?  

Der Start

Manche Dinge könnten zu Beginn etwas kompliziert klingen, aber ich werde im Laufe des Textes ganz genau darauf eingehen, wie die Conclusio entstand. Also nicht gleich am Anfang verschrecken lassen – das Resultat ist es das wert.

Ich hatte damals mit einem unabhängigen Blick auf meinen Körper jegliche Anstrengung wegzaubern können. Die Wahrnehmung aus meinem Körper heraus war nicht mehr entscheidend, sondern die unabhängige Steuerung. Wollte ich meinen Körper formen, habe ich das getan. Wollte ich ein Lexikon sein, habe ich das getan. Weil ich nichts von den Dingen persönlich nahm, sondern mir dachte: “Halt die Klappe Körper, du wirst mich nicht einschränken.”. Doch diese Einstellung brach weg, denn ihr fehlte etwas Maßgebliches.

Was mir heute nun auffiel, ist, dass ich dieses Leben zu persönlich nehme. Damals nahm ich vielleicht meine Physik nicht persönlich, aber Emotionales umso mehr. Heute dreht sich die Wahrnehmung nicht mehr um den Aspekt, Emotionales persönlich zu nehmen oder loszulassen, sondern darum, dass es für mich irrelevant geworden war. Irrelevant, weil ich weiß, wie man unabhängiges Glück selbst aufbauen kann [Anleitung] und keinen Grund jeglicher Beteiligung hatte. Ich war es leid, mitzuspielen, ich hatte kein Interesse. Warum auch, wenn ich emotional keine Beteiligung mehr brauche? Welchen Grund sollte ich haben, mitzuspielen?

Wenn Angst unbedeutend wird, der Elan aber auch

Viele jagen dem Glück hinterher, aber kaum einer fragt sich, was man damit macht, wenn man es hat, wenn man sich jede Emotionslage erfüllen kann. Welchen Grund hätte man noch, hier mitzumachen? Angst vor dem Tod? Nicht vorhanden. (wenn ihr möchtet, könnt ihr gerne kommentieren, ob ich darauf weiter eingehen soll. Ich glaube, es könnte Menschen helfen, die ihr Leben bald ableben und sich fürchten. Aber ich frage mich eher, ob Interesse darin besteht, meine Variante zu sehen).
Angst vorm Alleinsein? Nicht vorhanden, ich kann mir emotionale Fülle auch anders geben – ohne äußere Einflussfaktoren. Man kann eine starke emotionale Unabhängigkeit aufbauen und dennoch einfrieren. Und ich fragte mich, warum das passiert war.

Die große Wendung

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Welche Wahl 2013 tatsächlich existiert


Ultra kurz für Lesefaule:

SPD  → pro Schwarz-Rot
CDU → pro Schwarz-Rot / pro Schwarz-Gelb (mehr)
alles andere → pro FDP (Schwarz-Gelb) / nicht regierungsfähig / “Stimmverlust”
   

 
Effektives Fazit:
Wer die FDP nicht in der Regierung will, sollte SPD wählen.

Wer anderes wählt, muss (statt mit Schwarz-Rot) ggf.
wieder mit Schwarz-Gelb in der Regierung rechnen.
____________

 
Simple und plausible Erklärung dafür:
(ohne viel Parteienprogramm, auch für Laien geeignet)

Man kann auch strategisch wählen – nach dem, was effektiv als Regierung durch Koalitionsmöglichkeiten rauskommen soll. Man muss nicht eine Partei effektiv aus eigener Übereinstimmung wählen, sondern sollte sich ebenso ansehen, wie die Sache realistisch enden soll:

Die einzigen möglichen Koalitionen sind: Rot-Grün, Schwarz-Rot, Schwarz-Gelb

Von diesen drei Optionen scheint in der Masse Schwarz-Rot der stärkste Kompromiss zu sein. Auch wenn es sicherlich viele Übereinstimmungen der beiden großen Parteien gibt, sind das die Parteien, die sich unter diesen drei Optionen am stärksten unterscheiden und sich nebenbei auch am stärksten in der Volksbeliebtheit widerspiegeln (sprich ohnehin die meisten Stimmen generieren werden).
Die beiden, selbst wenn sie weniger miteinander klarkommen, sind durch diesen Umstand gezwungen, Kompromisse einzugehen, um ein für sie zufriedenstellendes Ergebnis für die Mehrheit zu erzielen. 
Andere Koalitionen könnten hingegen ihre eigene Spur beim Sieg sogar verstärkter fahren als sonst. Schwarz-Gelb erfreut mich nicht stark, nach dem was besonders die FDP alles abgezogen hat, Rot-Grün schafft es in meinen Augen wunderbar allerlei runterzuwirtschaften (ungeachtet der netten Absichten). Schwarz-Rot scheint am akzeptablesten. Allerdings führt diese Koalition bei Verhandlungen gerne dazu, dass man den Mittelstand auseinandersäbelt, statt ausgeglichen zu entscheiden. 

Die CDU wird ihre Wähler ohnehin kriegen. Das Risiko ist, dass Schwarz-Gelb durch Direktmandate der Erststimme doch noch möglich sein könnte. Es gab Fälle bei denen es trotz einer nicht für den Parlamentseinzug ausreichender Zahl der Parteistimmen (also Zweitstimmen) dennoch möglich war, dass die Partei aufgrund von Direktmandaten ins Parlament einziehen konnte. Auch können Leihstimmen vieles knapp machen. Dies war zum Beispiel 2013 bei der Niedersachsenwahl der Fall. Die CDU hatte die Knappheit zur Schwarz-Gelben Regierung geahnt und ihre eigenen Wähler dazu aufgerufen, die FDP zu wählen, damit Schwarz-Gelb möglich wird. Das Vorhaben scheiterte an EINEM Sitz. Und vielen Wählern war es sicherlich klar: Selbst wenn sie die FDP nicht mögen sollten, wählen sie diese trotzdem, damit eine Koalition mit der SPD nicht möglich wird und die CDU die Überhand behält.

Conclusio: Die CDU wird ihre Wähler kriegen. Entscheidend für die Regierung ist, mit wem sie koaliert. Eine niedrige Stimmenzahl einer Koalitionspartei bedeutet nicht, dass die CDU sie nicht mitziehen könnte. Ich vermute, dass die SPD dieses Jahr so stark runtergefallen ist, dass die FDP notfalls mit Direktmandaten noch einsteigen könnte (Rot-Grün klappt in meinen Augen dieses Jahr aufgrund der schwachen SPD nicht mehr – während die CDU stark genug ist, die FDP auch an Land zu ziehen). 
 

Es stellt sich beim Endergebnis 
effektiv die Frage: Schwarz-Gelb oder Schwarz-Rot

In meinen Augen sind das realistisch die einzigen zwei Optionen, die man diesmal hat.

 Wichtig:

Meine persönlichen Einzel-Partei-Interessen zu verfolgen macht für mich weniger Sinn, wenn es mir näher liegt, was im Endergebnis stehen soll.
Also achtet auch auf strategische Umstände und nicht nur auf Parteisympathien und Übereinstimmungen – die bringen am Ende wenig, wenn das Ergebnis aufgrund des Koalitionsverhältnisses enttäuschend ist. 
Denkt auch nicht immer an Prozentzahlen, sondern auch an die Sitzeverteilung, die komplett anders ausfallen kann. Bei Wahlumfragen wird immer nur die Zweitstimme abgebildet, nicht die Direktmandate, die viel verändern können.
   

 
Wer es ganz genau wissen will: Wählt man…

SPD → pro Schwarz-Rot | Rot-Grün unrealistisch, da Rot recht schwach
CDU →  pro Schwarz-Rot & Schwarz-Gelb | Kontra Rot-Grün
Grüne → unwahrscheinlich regierungsfähig, da Rot-Grüns SPD schwach ist
FDP → trotz geringer Beliebtheit: Regierung durch Direktmandate möglich (+starke CDU zieht sie mit)
Linke → nicht regierungsfähig, teils wackelige Aussicht auf die Opposition

alle anderen (auch Piraten) → nicht regierungsfähig & keine Aussicht auf den Bundestag
→ verlorene Stimme bei der wirklichen Wahl (Schwarz-Gelb vs. Schwarz-Rot) 

nicht wählen  → gleiche Verteilung der Stimme auf alle
(nur national! Kommunal sind Nichtwahlen gefährlich – mehr

 

Nichtwählen begünstigt Radikale? So sieht’s wirklich aus!

 
Zur oft gestellten “Wen begünstigt man, wenn man nicht wählt”-Frage sehe ich eine ganz klare Antwort:

Wenn man keine Ahnung hat, was man wählen sollte, wählt man als Durchschnittsmensch irgendwen der “netten” und nicht extremistischen Parteien. Wenn man der Wahl fernbleibt, verlieren die “netten” Parteien gemeinsam verteilt automatisch diese Stimme und in diesem Sinne begünstigt es radikalere Gruppierungen. Nicht, weil Radikale immer zur Wahl gehen würden, sondern weil man selbst ohnehin irgendwas “Nettes” gewählt hätte und diese Tendenz nun wegbleibt.
Da aber letztendlich sich die Stimmen sowieso darauf verteilen, was in den Bundestag über die 5%-Hürde kommt, macht es tatsächlich keinen effektiven Unterschied und verteilt sich auf die, die im Bundestag sind, gleichermaßen. Das funktioniert aber nur, weil genug andere zur Wahl gehen.

Bei Kommunen (besonders bei gefährdeten!) sollte man hingegen unbedingt zur Wahl gehen, da hier selbst extremistische Parteien es schaffen können, über die Kommune zu bestimmen. Hier hat man nicht quasi eine gewisse Garantie, dass sie es sowieso nicht reinschaffen, da hier wenige Stimmen viel mehr ausmachen. Man entzieht durch das Fernbleiben jeglichen “netten” Parteien tatsächlich die Möglichkeit, sich stärker zu etablieren, wenn man normalerweise keine extremistische Partei gewählt hätte. Kommunal ist es also tatsächlich ein realistisches Risiko und ein Problem, der Wahl fernzubleiben.

Missbildungen in Indien – das schlimmere Tschernobyl?

Kind hat 34 Finger und Zehen
Indisches Mädchen mit 4 Armen und Beinen | hier
Mann lebt 36 Jahre mit eingewachsenem Fötus im Bauch
Werwolf-Syndrom-Schwestern

4 Arme, 34 Finger, 36 Jahre lang verwachsener Fötusparasit, Werwolf-Syndrom-Schwestern. Im Gedächtnis habe ich noch ein Kind mit 8-11 Beinen, Riesentumore im Gesicht und einiges mehr. Die merkwürdigsten Geschichten über körperliche Missbildungen verbindet meist ein Land: Indien. Was man in Tschernobyl weder bei Mensch noch Tier sieht und was in Nagasaki oder Hiroshima in Berichten nie zu sehen aber zu spüren ist, genau das ist in Indien öfter vertreten – ganz ohne Atomkatastrophe. Während die erwähnten und stark unbewohnten Orte für hohe Krebsraten bekannt sind, hat sich die Natur so weit entwickelt, optisch keine großen Anzeichen von der Katastrophe zu machen – anders als im Falle einiger Inder. Inder können sich vielfach auch keine Schwangerschaftsuntersuchungen leisten, aber viele andere arme Länder können dies auch nicht. Doch warum kommen diese Fälle gerade in Indien so häufig vor?

Liegt es an der Bodenbeschaffenheit? Der Strahlungswert liegt in Indien aufgrund von Monazitsandsteinen bei 15-30 mSv pro Jahr, in Deutschland zum Vergleich bei 0,05-3 mSv/Jahr. Bei 20 mSv/Jahr geht die Down-Syndrom-Wahrscheinlichkeit los. Doch in Brasilien sieht’s noch schlimmer aus: 87 mSv/Jahr. Aber von Mutationen hört man aus Brasilien viel weniger als aus Indien. Vielleicht wegen der unterschiedlichen Bevölkerungsdichte an den Küstenregionen? 

Strahlenvergleich:
350 mSv in Tschernobyl -> Umsiedlung notwendig
400 mSv am AKW in Fukushima (nach Stern)
200 mSv in Ramsar, Iran (Quelle: Geomedizin-Buch)
87 mSv an Brasiliens Küste Guarapari (Quelle: Uni Bonn)
15-30 mSv in Indien: Kerala (Quelle: Geomedizin-BuchUni Bonn)
2,4 mSv in Deutschland | 15 mSv in Gebieten des Schwarzwald 
(ab 100 mSv ist in Deutschland Umsiedlung notwendig)

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Tolle Apps und Programme (Webfundstücke #4)

Google Chrome

dict.cc – Markierungen werden direkt übersetzt
Feedly – super für RSS-Feeds
Google Quick Scroll – unendlich lang scrollen statt auf Google durch Seiten zu blättern
Hover Zoom – über Bilder drüberfahren, gleich volle Größe sehen
Humble StartPage – Favoriten plus Wetterbericht auf der Startseite
Lazarus: Form Recovery – rekonstruiert jeden im Browser geschriebenen Text
Neat Bookmarks – tolle Übersicht der Favoriten
ProxTube – gegen GEMA-Videos auf Youtube
TabMark – speichert Tab Sessions (sogar im Googleprofil für Synchronisation)
Tabs Outliner – speichert bei jedem Browserabsturz alle Sessions und Tabs übersichtlich
Undo recently closed tabs 
UserScripts CSS – für andere optische Darstellungen von Seiten
Zootool – wann immer man etwas speichern will, was man kaufen möchte
Delicious – speichern von interessanten Links und Artikeln.

Wikipedia Lookup – Wort markieren, Button klicken
Google Translate & Wiki – per Wortmarkierung

Musik querbeet hören
VK.com – scrobblen mit Lastique
Lastfm.de – alle Lieder abspielen Last.fm free music player
GrooveShark.com – mit Unlocker & Control Panel
- Scrobbler oder: Rädchen oben ➜ Settings ➜ Connect

Youtube.com
scrobblen: Scrobbler | Lastique
download:  im Web | per Firefox

Früher hatte ich noch die Amazon-App, um mir Favoritenliste zu basteln. Allerdings ist die Liste an sich so unübersichtlich umgesetzt, dass ich nur noch Zootool nutze.

Am PC

True Launch Bar – Sidebars für den Desktop, die beim Andocken auftauchen
TeamViewer – PC-Remote/Fernwartung
Notepad portable – tolles Notepad
Total Commander – für gründliche Suchen nach Dateien, FTP / Windows Explorer-Ersatz
VirtualDubAvidemux – Filme ohne Qualitätsverlust schneiden, beide portable.
PDF X-Change Viewer – fantastisches PDF-Programm
OpenOffice portable – kosteloses Office-Paket
Adobe-Produkte – bis CS2 sind die Vollversionen kostenlos – Adobe ist sich dessen bewusst
Trillian – Multi-Messenger für alle gängigen Messenger
Xampp portable – für Apache, FTP und mehr
HyperCam 2 – für Bildschirmaufnahmen / Bildschirmaktivitäten aufzeichnen

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