Ice-Bucket-Challenge: Verschwörung gegen Tierversuche in der Forschung

Die Ice-Bucket-Challenge für die ALS-Krankheit geht derzeit umher. Ich bin fasziniert und froh darüber, wie viel Zusammenarbeit möglich ist und wie viel effizienter man Patienten nun helfen kann.
Wer das Bill Gates-Video noch nicht kennt, sollte es unbedingt noch nachholen:

Problem mit verschleierten Verschwörungstheoretikern unter falschem Namen

Neuerdings folgen aber auch sehr problematische Artikel. So verweist N24 auf die Kritik der (in meinen Augen sektengruppenartigen) „Ärzte gegen Tierversuche„, die im allgemeinen alle Tierversuche ablehnt und gleichzeitig die ALS-Aktion scharf kritisiert, weil beim Erforschen der Krankheit Tierversuche stattfinden. Diese Artikel führen zu einer Abkehr der Spender und sind damit fatal.

Auf der Seite von „Ärzte gegen Tierversuche“ fand ich bisher KEINEN einzigen aktiven Humanmediziner (nur einen Rentner) und sie scheint ein Verlängerungsarm von PETA zu sein mit ein paar Veterinärmedizinern, die bewusst das Wort „Tier“ bei Tierärzten weglassen. Wirkstoffe dieses Kalibers sind ethisch nicht akzeptabel versuchsfrei direkt an Menschen zu testen. Riskantere Medikamente erfordern Tierversuche, bevor Patientenstudien kommen können, alles andere wäre extrem fahrlässig. Im medizinischen Bereich gibt es nicht ohne Grund eine Ethikkommission, die die Versuche absegnen muss und in der Sozialwissenschaftler, Theologen, Juristen etc. sitzen. Es wird nicht zum Spaß rumgespielt, es werden Gene bewusst verändert, um an Krankheiten überhaupt forschen zu können.
Die von der Gruppe angepriesenen Alternativen wie Computersimulation sind meistens untauglich und zeigen eben keine unvorhersehbaren Wirkungen. Zellkulturen zeigen ebenso keine Wirkung auf einen Gesamtorganismus. Wirkstoffe so an Menschen zu geben wäre ein Todesurteil.

Es mag sein, dass Tierversuche bei ALS weniger effektiv sind als sonst, da man die Gene in Knock-out-Mäusen umändern muss, um bessere Effekte zu sehen, aber eine Aufhebung der Tierversuche würde jegliche Medikamentenherstellung behindern, da man nicht in die nächste Phase – Patientenversuch – gehen kann, ohne vorher die mindeste Sicherheit bei Tierversuchen zu beobachten. Einem solchen Risiko dürfen Patienten nicht ausgesetzt sein – das würde jede Ethikkommission stoppen. 

Problematische Auswirkungen

Die von der Gruppe empfohlene Universität Essen hat vermutlich zugestimmt, dass keine Tierversuche stattfinden, da sie wohl kaum eine Forschungsgruppe der Größe haben, die es möglich machen würde, in nächster Zeit in höhere Wirkstoff-Versuchsphasen überzugehen oder gar an einer Medikamentenherstellung beteiligt zu sein. Ich vermute, dass die Forschungsgruppe hierbei wahrscheinlich zu klein ist und anderen Fokus hat. Darum dürfte es der Uni Essen wahrscheinlich leichter fallen, diese Gruppe zu beschlichten.

Ich finde es fatal, dass Nachrichtenseiten derzeit dieser Gruppe eine Plattform bieten und den medizinischen Namen, welcher durch die Gruppe bewusst manipuliert wurde und welcher sich in seiner richtigen Fassung zu Respekt vor Patienten verpflichtet, fahrlässig in den Dreck ziehen lassen. Es ist nicht falsch, der Uni Essen zu spenden, aber die Hintergründe sollten eben nicht die „Argumente“ dieser Gruppe sein. Wahrscheinlich gehen mit der Abkehr-Aktion auch noch Gelder für viele Forschungsgruppen verloren, was ich sehr schade finde.

Diese (Verschwörungs?-)gruppe interessiert sich nicht für ethische Forschung, sondern bevorzugt offensichtlich Patientenstudien über Tierstudien, propagiert Veganismus etc. – kurzum ein verlorenes Menschenleben in der Forschung erscheint ihnen wohl lieber als eine tote Maus. Es besteht kein objektiver Blick, sondern pure Verfärbung durch PETA-Anhänger. Bitte nicht von den Märchen dieser Gruppe täuschen lassen. Danke.

Nachtrag: Tierversuche in der Kosmetik

Weil ich es immer wieder lese. Nein, Tierversuche in der Kosmetik sind nicht erlaubt und wären auch obsolet. Kosmetikhersteller bedienen sich an einem bereits vorhandenen Repertoire an Studienergebnissen mit den gleichen Wirkstoffen. Auf dieser Grundlage verwenden sie Wirkstoffe in eigenen Kosmetikprodukten. Neben dem Aspekt, dass Tierversuche hier nicht erlaubt sind, würde auch kein Hersteller so ineffizient sein und enorm teure eigene Studien bezahlen, wenn es bereits genug Studien zu den verwendeten Wirkstoffen im medizinischen Zusammenhang gibt.

Wie „Arschloch“-Hymnen von Vice Personen bloßstellen

Ich lese Vice gerne mal wegen sehr exotischen Artikeln (z.B. über Nordkorea), aber manchmal finde ich dortige Artikel haaresträubend. So wie diese hier:

– WARUM DIE SACHE MIT DEM SCHWANZ IN DER SOCKE TOTALER SCHEISS IST
– WIE DIE ENGLISCHE JUGEND VON ARSCHLÖCHERN UNTERWANDERT WIRD

Hergezogen wird primär über Jugendliche, die sich wie Jugendliche benehmen sowie über die Prostatakrebs-Hashtag-Kampagne #CockInASock, bei der Männer (meist durchtrainiert) Fotos von sich auf Twitter posteten. Vice beschimpfte die Teilnehmer als Arschlöcher und das Ganze sah bei besagten Jugendlichen in britischen Diskos ähnlich aus.

Der Artikel las sich wie: Hier geht einer, um sich vom Pöbel abzugrenzen, auf Niedermenschen-Jagd und berichtet uns empörenden Sesselpupsern herabschauend vom gruppendynamisch definierten Abschaum der Menschheit – schön mit Wörtern wie „eklig“ und „Arschlöcher“ verziert, um die Differenz zu unserer geglaubten und hochgelobten Wertewahl zu unterstreichen. Oder „es ist Zeit, eine Runde auf andere herabzuschauen“

Kritische Hetzjagd

Ich finde es kritisch, wenn man Jagd auf Jugendliche macht und ihre Hormonschwankungen öffentlich inkl. Bildern bloßstellt. Aber wahrscheinlich sind entsprechende Autoren schon mit abgeschlossener Entwicklung aus dem Mutterleib geplumpst und hatten darum stets den Moralindex indoktriniert gelebt – ein Aufwachsen exklusive aller Hormonschwankungen. 
Man spricht immer von Freiheit der Menschen. Ich habe das Gefühl, gewisse Gruppen wollen gar keine Freiheit, sondern, dass Leute nach ihrer Pfeife ticken. Es ist bezeichnend, wenn man Jagd auf Jugendliche macht – und zwar an einem Ort (Disko), der dafür da ist, ihre Hormone mal frei rauszulassen. So lange sie nicht grundlos auf jemanden losgehen, ist es ihre Entscheidung, das auszuleben.

Würden wir Menschenwertigkeit durch neue Trends an Marathonlauffähigkeit statt Moralindexklonen definieren, würden viele an Ego-Komplexen einsinken. Auch wenn man zum aktuellen Moralindex-Trend passt und sich geschützt im Büro darüber auslassen kann, da man die Personen nicht näher kennt und es einfach ist Stempel zu verteilen, bin ich mir sicher, dass Urteile anders aussähen, wenn es Familienfälle gäbe, wo Nahestehende keine Stärke im Urteilsvermögen hätten – man würde sie sogar schützen und urplötzlich verstehen, dass Menschen nicht schlechter sind, nur weil sie manche Fähigkeiten nicht haben. Zudem wette ich, dass der Autor zu keinem der „Arschlöcher“ gelaufen wäre, um ihnen in die Augen zu schauen und das dort Geschriebene ins Gesicht zu sagen. Man hat einfach nur Glück gehabt, dass im späteren Leben der Moralindex mehr gewichtet wird, wenn man hinzukommend noch dank Erbschaftsglück die Fähigkeit erlangt, diesen perfekt zu übernehmen. 

Was man selbst nicht will, das…

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Darknet: War die moralische Überführung nur ein simpler Vorwand?

anonymous-229717_640Was ist das Darknet?

Im Darknet hostet jeder PC, der es betritt, Inhalte oder leitet diese weiter – ein Netzwerk unter PC-Usern entsteht. Das Darknet hat also keinen Stammhoster wie Internetseiten – jede Person ist ein Hoster und damit ist bei zwilichtigen Seiten kein eindeutiger Ursprung zuordnbar. Betreten wird dieser undurchsichtige Raum mit anonymen Proxy-Anbietern. Jede Menge kleiner User hosten damit das Gesamtwerk des Darknets in anonymer Form. Entsprechend langsam (abhängig von Proxy-/Usergeschwindigkeit) war/ist der Zugang und fühlt sich nach 90er-Jahre-Internet an. Grafik, Flash, Java findet man kaum vor – zu viele Sicherheitslücken zur Identifikation bestehen. Optisch erinnert es an die Anfänge des Internets. Im Vordergrund steht Text, Kommunikation und Anonymität.
Das Resultat: Personen aus Ländern mit Zensurregeln wie China können so außerhalb der Staatskontrollen miteinander reden, kritisieren, Proteste vorbereiten und für ihre Rechte bei Unterdrückung kämpfen – ohne dass der Staat etwas „dichtmachen“ kann, schließlich gibt es nicht den Hoster. Auch Wikileaks (Enthüller vieler Staatsaffären und politische Missbräuche der USA) macht sich das Darknet für Interaktion zunutze. Anonymität führt aber auch dazu, dass man dort kriminelle Aktivitäten ebenso planen kann. Es ist also eine Medaille mit zwei Seiten, deren schattige Seite vermutlich überwiegt.

Der Eingang

ist durch das Firefox-Bundle mit Tor möglich, das eine Reihe an anonymen Proxy-Anbietern mitbringt und über diese mit dem Internet verbindet. Die Domains enden mit .onion und die DuckDuckGo-Suchmaschine in diesem Raum heißt https://3g2upl4pq6kufc4m.onion/ 

Ein Security Bug ist auch dabei, aber behebbar: “about:config” (ohne Anführungszeichen) in den BrowserURL-Leiste schreiben, Enter. In die erscheinende Suchleiste nun “websocket” tippen. Nun auf  “network.websocket.enabled” doppelklicken und auf „false“ stellen. 
Wer parallel sicher Flash und andere Addons nutzen will, sollte sich dieses Video anschauen.

Das Zahlungsmittel

Das Zahlungsmittel ist der anonyme, nicht verfolgbare Bitcoin, der ebenso nur virtuell existiert, aber eine erhebliche wirtschaftliche Leistung in den letzten Jahren erreichte und dessen Wert explodiert ist (24 Dollar wurden zu 500.000 Euro). Der Bitcoin ist ein riesiges Risikospiel, fällt und steigt wie er will und könnte von heute auf morgen auch verschwinden, würde das Darknet gekappt werden. Aber man kann mit Bitcoins auch Pizza bestellen. 😀 Personen, die Bitcoins hosten, kriegen Transfergebühren und können Bitcoins auch verdienen, ohne bares Geld dafür einzutauschen. Wer also eine Serverfarm zu Hause hat, könnte mitmachen. Für andere sind solche aufwendigen Rechenprozesse dank der Stromrechnung nicht zu empfehlen. Was abfällt, sind auch nur winzige Bruchteile. Ein Job? Eher eine potenzielle, riesige Seifenblase, die aber nicht unbedingt eine sein muss. China hat den Verkehr von Bitcoins jedenfalls verboten. Daraufhin fiel der Bitcoin-Wert mal wieder rasend nach unten. 

surrealistic-155227_640Das dunkle Interesse

Dass die Mächtigkeit des Bitcoins Wirtschaftsmächte interessiert, ist nachvollziehbar. Dass man versucht, das Darknet zu überführen, ebenso. Die offiziellen Vorwände das Reich uneingeschränkter wirtschaftlicher, kritikfreier und anonymer Möglichkeiten in die Fänge zu kriegen, ist leider sehr scheinheilig. Das alte Zensurargument zum Schutz von Kindern, die sexuell missbraucht wurden, wurde präsentiert – und dass man eine Haupstelle des Angebots solcher Materialien überführt hätte. Es wurde applaudiert und schwer übersehen, welche Bedeutung dies effektiv hat.
Ich vermute, das war die erste und vermutlich einzige Seite dieser Art, die dichtgemacht wurde – immerhin scheint mir, dass das Ganze als Paradebeispiel dienen sollte, und das wahre Interesse ganz klar wirtschaftlicher Natur war, aber nun sogar mit moralischer Absegnung des Volks durchkam. Die USA haben anscheinend eine Serverfarm genutzt, um Primärhoster im Darknet zu sein und damit alle Daten abzufangen. Weil sie durch die hohen finanziellen Mittel eine absolute Überzahl an Hostern gegenüber Normalusern darstellen konnten, waren sie in der Lage per Ausschlussverfahren zu errechnen, wer zwischen ihren eigenen Hostern rechnerisch sitzen müsste.
Ist der letzte freie virtuelle Ort nun überführt? Nicht ganz, aber die einstigen Möglichkeiten sind nun auf gutem Wege sich zu verabschieden. Ich finde es schade, dass viele durch den ersten und sicher einzigen oberflächlichen Siegeszug so getäuscht werden konnten (falls es stimmt, was ich als persönliche Conclusio daraus ziehe).

USA-Shutdown: Erläuterung und harsche Kritik

Die USA haben bei der Staatskasse dichtgemacht aufgrund einer fehlenden Einigung im Kongress. Die Kosten belaufen sich bei 3 Wochen Shutdown auf den entstanden Schaden durch Hurrikan Katrina und Supersturms Sandy.
Wie ist es dazu gekommen?

Einleitung ins Regierungswesen

Das Pendant des USA-Kongresses ist das deutsche Bundesparlament.
Der Kongress / Bundesparlament beinhaltet zwei Kammern:

– das Repräsentatenhaus hat Abgeordnete, die nach der Größe einzelner Bundesstaaten bemessen werden (alle zwei Jahre neu gewählt). Es wird hier nach Kandidaten gewählt. Damit entspricht das quasi der Erststimme des Deutschen Bundestags (was zu Direktmandaten führt, die ins Parlament einziehen). Gleichzeitig geht es beim Bundestag zwar um Direktmandate, aber eben nicht rein um Landkreisvertretung, sondern besonders stark um nationale Wahlkreisvertretungen durch Parteien – anders als bei der Staatenvertretung durch die Senatoren in den USA. Damit ist das Repräsentantenhaus quasi als Ganzes ein Pendant zum Bundesrat, aber mit Direktmandaten (Länderparlament / Abgeordnete vertreten Bundesländerinteressen). Die Direktmandate gibt’s bei uns nur im Bundestag. Beim Bundesrat entscheiden die Landesregierungen jedoch selbst, wen sie als Mitglieder reinschicken.

– der Senat mit je 2 Senatoren pro Bundesstaat (Wahl alle 6 Jahre, aber 1/3 wird bereits alle 2 Jahre neu gewählt) war als stabileres Haus im Parlament gedacht. Im Endeffekt schwankt dort die Mehrheit aber stärker als im Repräsentantenhaus, da hier jedes Bundesland nur 2 Senatoren hat und jede kleine Ausrichtungsänderung eines jeden kleinen Bundestaats viel stärker ins Gewicht fällt. 

Dem allen steht als Gegengewicht der Präsident gegenüber, der ebenso viel Mitbestimmungsrecht hat. In Deutschland unterzeichnet der Bundespräsident nur Gesetze und agiert nur noch repräsentativ, quasi Dekoration (aus der Lehre des WWII). Senat und Rep-Haus sind fast gleichgestellt. 

Das Shutdown-Problem

Beim Shutdown-Problem schlug das Rep-Haus die Rausnahme des nationalen Krankenkassensystems (das in Deutschland selbstverständlich ist) bezgl. der USA-Haushaltsfinanzlage vor, der Senat strich das durch und gab es ans Rep-Haus wieder. Dieses änderte das wieder um und verlangte wieder die Rausnahme, der Senat strich es wieder durch.
Quasi so ähnlich als ob der Bundestag einen Gesetzesentwurf schriebe und der Bundesrat dies ablehnt und zur Korrektur zurücksendet. 

Im Repräsentantenhaus sitzen derzeit mehr Republikaner als Demokraten. Im Senat sitzen derzeit mehr Demokraten als Republikaner. Damit ist klar, dass sich die beiden Parlamentskammern in die Haare kriegen. (ähnlich ist es in Deutschland: Wenn die Wahlkreisverteilung im Bundesrat und Bundestag sich zu sehr unterscheidet, werden Gesetze weitaus öfter blockiert, da keine Einigung herrscht). Da sich die beiden US-Kammern nicht einigen konnten, kam der Shutdown: Staatsbedienstete kriegen Zwangsurlaub, da keine Finanzierungseinigung zustande kommt.

Meine Meinung

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Alle Daten von der Geburt bis zum Tod – im Voraus

Taj Mahal in Indien 
by
Dennis Jarvis | CC 2.0 by-sa

Leider habe ich keine persönliche Erfahrung mit dieser Thematik, finde sie aber unglaublich aufregend – ob als kulturelles Gut oder als tiefere Betrachtungsweise aufs Leben. Und zwar unabhängig davon, welche Ergebnisse mich erwarten würden. Selbst eine Falsifizierung könnte die Neugier stillen. Ich finde zudem, dass es keine schlechten Ergebnisse (außer beim Schludern der Erforschungsweise) gibt – denn selbst diese sind eine Erkenntnis oder ein Anhaltspunkt darüber, wie stimmig oder unstimmig etwas ist.

Worum es geht:
Palmblattbibliotheken in Indien. In die dortigen Blätter soll vor Tausenden von Jahren das ganze Leben der Menschen, die diese Bibliothek besuchen werden, niedergeschrieben worden sein. Und zwar sehr präzise mit Namen, Daten von Ereignissen, Kinderanzahl, Verwandtschaft, Beruf, Bezug zu Mitmenschen im eigenen Leben, Geburt, wichtigen Momenten im Leben und sogar Todesdatum

Die Palmblatt-Reader („Nadi-Reader“) vererben die Bibliotheken, bilden Personen extra dafür aus und lehren sie die alte Sprache der Schriften, um etwa 500 Jahre später das Geschriebene auf neue Palmblätter zu übertragen. Manche von den derzeitig amtierenden Readern können Englisch, für andere braucht man einen Dolmetscher. Die Lesung kann man angeblich auch auf einem Diktiergerät aufnehmen.
Das Bewusstsein dort handelt davon, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zeitgleich sein sollen und sich die damaligen Schreiber daher an die Zukunft ‚erinnern‘ konnten.

New Delhi, Raj Ghat by Tom Thai

Schwindel / wahr?
Es klingt ziemlich weit gegriffen und ich bin kein Fan von zu viel irrsinnig Abwegigem, doch ich lese seit Jahren im Internet überwältigende Erfahrungsberichte von Personen, die sich diese Sache anscheinend näher angeschaut haben, eigene Palmblätter untersuchen ließen (sogar mit der Kohlenstoffnachweis-Vorgehensweise, um das Alter zu prüfen) und Anleitungen, Adressen als auch Telefonnummern sowie Forscher samt Instituten sehr präzise nennen und auf den Inhalt ihrer Blätter detailliert eingehen.

Orchha, Indien
by
Dennis Jarvis | CC 2.0 by-sa

Manche sind überwältigt von ihren Ergebnissen, andere scheinen an schwarze Schafe gekommen zu sein. Autorisiert gibt es wohl verteilt 12 Bibliotheken, wobei eine gesplittet ist(?). Die größten in Sri Lanka und Chennai.
Es gibt auch Personen, welche behaupten, allgemeine Palmblätter für die Welt zu haben. Sie veröffentlichen Texte dazu. Hiervon sind aber zurecht wenige Leser angetan – an der Echtheit der Texte und der Abgrenzung vom Bild des Autors darf anscheinend zurecht gezweifelt werden. Bei Personen bezogenen Blättern sieht es bei den autorisierten Bibliotheken hingegen sehr positiv aus – gerade was die präzisen persönlichen Informationen über einen anbelangt.

Faszination Indien
Selbst wenn es der atemberaubendste Schwindel der Welt wäre: Indien allein ist sicherlich auch ohne diesen Aspekt eine Reise wert und beinhaltet damit ein fantastisches Abenteuer dieser Kultur. Ich würde viel drum geben, dorthin zu reisen, um mich davon zu überzeugen oder es auch gerne zu falsifizieren – auch hier wäre die Entdeckung spannend. 

Sikh-Mann, Delhi, Indien
by
Dennis Jarvis | CC 2.0 by-sa

Wenn jemanden das Ganze also auch faszinieren sollte, schlage ich vor: Unternehmt die Reise und erzählt mir wie’s gelaufen ist. Erfahrungen oder zumindest Anlaufstellen für seriösen Zugang dorthin sind mir sehr willkommen. Oder eben die Angabe, wo die schwarzen Schafe verteilt sind. 

Und wenn das alles ein atemberaubendes Märchen war, hat man die Erfahrung einer enorm spannenden Kultur für sich mitge-nommen.

Hier sind ein paar weiterführende Links. 
Vor so einer Reise sollte man vorher Reviews prüfen und bei vielen Quellen einsehen, wie un-/seriös die Anbieter sind. Wie man bereits rauslesen konnte, habe ich keine Erfahrung damit. Vielerlei Reviews lesen sich zudem umhauend.

Ganz konkreter Ablauf und Inhalt
Facebook
 | Komplettübersicht | Anbieter | Youtube
Forenaustausch über Adressen, E-Mails etc.: Adressen | Weiteres | Review | Kommentare
Naadi | Reisehilfe | Reviews?

Erstaunliches (Webfundstücke #3)

 


                                                 Erstaunliches

Beeindruckend, episch:
Flashanimation über Größen dieser Welt
Beispiele: „japanische Riesenkrabbe“ – ein spinnenartiges Monster. Ihre Überlebenstechnik auf Wiki: „Um sich vor Fressfeinden (z.B. Tintenfischen) zu tarnen, legen sie Schwämme und ähnliche Meerestiere auf ihren Körper.“
3,7 m von einem zum anderen Bein. Der T-Rex ist geduckt größenähnlich mit einem Elefanten.
Er war zwar nicht dabei, aber der Quetzalcoatlus ist so groß wie eine recht große Jagdhütte. Was für ein riesiges Monster (man betrachte das Seitenbild und das kleine Dino-Appetithäppchen).

Und der Archaeopteryx war so groß wie eine Taube, samt niedlichem Gefieder. Ich frage mich echt wie der mit solchen Zähnen sein Gefieder putzen konnte. Vielleicht hat er ja das Fett aus der Bürzeldrüse (hatte er eine?) so ganz zaghaft mit seiner Zunge verteilt? Oder er hatten Puderdunen-Federspitzen-Staub und musste das mit der Zunge verteilen. Oder was ganz anderes?

Video:
– Immediate Musik – Earth
– You don’t even know what big is
– 3D Kurzfilm: The Saga of Biorn
Sehr episch, bildgewaltig und zum Staunen bringend.

Persönlichkeiten: z,B.
– Frank W. Abagnale, nach dem „Catch me if you can“ gedreht wurde
– Zack Snyder, Macher von 300 und Sucker Punch
– Ludovico Einaudi, herausragender Pianist
– Willy Brandt, wundervoller Politiker
– es folgen noch Fotografen, Künstler, …

Does evil exist?
Flashmob in the Copenhagen metro | Som Sabadell Flashmob
Kids ask for light (anti-smoking commercial)
Improv Everywhere : Say Something Nice | Surprise Wedding Reception
Where the Hell is Matt? 2008 | Where the Hell is Matt? 2006
3D Kurzfilm: Sintel 
ChromaKey
24 Englisch-Akzente
Stimmenimitator Marti Fischer – Gewinner von YT Secret Talents
Guinness World Records (YT-Kanal)
Worlds Fastest Everything

Show-Talente

Britain’s got talent: Paul Potts | Susan Boyle
America’s got talent: Quick Change Act
X Factor: Bianca Ryan 
Illusionist/Magier | Magier Cyril

Sportliches:

Eddie rettet den Tag („Basketball-Turnen“)
Wenn Russen klettern…
Pfeil und Bogen mal anders…
Free running, Parkour- und Gymnastik-Videos 

Spaßiges:

Talking Parrot Einstein
The Amazing Lyrebird of Australia | Noch ein Video davon
Axis of Awesome – 4 Four Chord Song (with song titles)
MysteryGuitarMan-Videos
Assassin’s Creed Brotherhood: Literal Trailer by Tobuscus (ACB Machinima)

Hunter and bear’s 2012 birthday party
So was hab ich auf ganz Youtube noch nie gesehen. Meine Favoriten: 
-10 000 000 (ohne Leerzeichen eingeben), 1, 1200, 1492, 1969, 1989, 2005, 2013, 100 000 000.

Best Way To Teach College Students !Smart Teacher!
Bodo Wartke-Videos
Dancing Bird Frostie
Stirb langsam 4.0 auf Schwäbisch | Star Wars auf Schäbisch
Wellensittich-Messie – Etwas bekloppter, aber man staunt nicht schlecht. 

Für die Psyche:

Vortrags-Vorschauen:
Nick Vujicic: Nick Vujicic: „No arms, no legs, no worries!“ (deutsch)
Robert Betz: Robert Betz: alte Schuhe sollte man wechseln
Byron Katie: Was ist die Wahrheit über Druck (Pressure)
Byron Katie: I’m too fat, Part 2

Jane McGonigal: The game that can give you 10 extra years of life
Robert Betz – Raus aus den alten Schuhen

Zwei Bilder für zwischendurch dazu:
http://www.lolwithme.org/wp-content/uplo…ouldBeWorse.jpg
Holstee Manifesto

Technik, Naturwissenschaft & mehr:

Regeneration of cells – Regrowing finger – Stammzellenwelt…
Verbrechensveränderung (aus Bleep)
Hologramme à la Sony | Hologramm-Brille à la Canon
Cybermodel Hologramm von Hitsune Miku – was für die Pornowelt, haha. :’D
Scinexx – Geniale Entwicklungsartikel (eher selten Videos, 
aber atemberaubende Errungenschaften in Medizin & co.)
Majora’s Mask 3D

Charity & Gewissensdinge:

We Are The World 25 For Haiti – Official Video
Declan – Tell me why
Ray J feat. Brandy – Another day in paradise

Diskussionsanregende Worte:

Volker Pispers-Videos
Georg Schramm-Videos

Alligatoah – Mein Gott hat den Längsten
Alligatoah – Teufelskreis

Konstantin Wecker – Waffenhandel-Blues
Konstantin Wecker: „Willy IV“

Gruselig

Beeindruckend im gruseligen Sinne 
[spezieller „Comic“]: Japanischer Horror-Comic   

 

                                    Extra: Eine Figur tanzen lassen

  

Mini-Tutorial: man nehme MikuMikuDance (ich nutze 64bitOS)
Man zieht die pmx-Datei (die Model-Datei) in MMD und sie wird geöffnet.
MMD wikia | Tutorial „How to use MMD“: part 1 (bones)  | part 2 (frames) 

Mit Kinect hat man noch mehr Spaß: Klick.
[notwendig: Kinect + MikuMikuCapture]
– Andere tolle Kinect-Sachen: Miku sein | Miku sehen [in Focus-Bericht] | Canon-Brille | Kinect hacks video | kinecthacks.net | Kinect face expression 3d camera / scanner: hier, hier, hier

 

  Sonstige coole Berichte 

– The World in Dubai
  Eine eigens angelegte Inselgruppe mit den Formen der Welt im Meer
– Eisstadt Harbin (China)

– Krasser Pilz, der eine Tarantel befallen hat
– von HIV geheiltes Mädchen
– Mäusegehirn-Experiment

– Papierarmbrust selbst machen

 

 

Wirkungsvolles statt plagender Systemkritik

Nach meinem letzten Artikel brachte ein Kommentator ein Thema auf, das ich anscheinend zu wenig besprochen habe. Darum möchte ich die Erläuterung noch einmal separat hier einbringen.
  

Nikopol sagt:

Und was ist mit der vohergeangen Exportp7Importolitik der Industrinationen die vorhandene Wirtschaftskreisläufe in den Entwicklungsländern erst zerstört um dann gnädig mit Aubeutungsbetrieben wenigstens eingen wenigen etwas zu geben ? Du singst hier Hymnen des Kapitalismus . Der Konsument ist genauso Opfer einer sozialdarwinistischen Idee wie die augebeuteten in armen Regionen . Auch zeigst du genauso nur mit erhobenem Finger auf Schuldige wie der empörte Luxusweltverbesserer hinter seinem Pc und bennest nicht Ursache und Wirkung .

Konsumenten bestimmen Wirtschaftszustände

Das Konzept meines Beitrags kam wohl nicht so ganz rüber.

Die Sache ist die: Kein Konzern kann ohne Konsumenten überleben. Diese Konzerne und Wirtschaftsläufe gäbe es ohne unsere Beteiligung nicht (und besonders nicht in der Form wie sie sind). Wir wählen nun einmal Billigware aus dem Ausland statt die Binnenwirtschaft zu unterstützen oder auf Firmen zu achten, die bessere Bedingungen anbieten. Mir geht es hier nicht um jene, die sowieso am Existenzminimum leben und sich daher nur diese Billigwaren leisten können, sondern um jene, die sich Waren mit “freundlicherem” Hintergrund leisten könnten. Es geht mir auch nicht um Verschmähung, sondern um das Aufzeigen weiterer Optionen, die man vergisst, aber mit denen man in kleinen Schritten dennoch Veränderung erzielen kann.
Wir im Westen sind keine hilflosen Opfer, sondern nehmen selbst kleine Optionen, die in größerer Anzahl einiges bewirken könnten, einfach viel zu selten wahr – und das nicht selten deshalb, weil wir sie vergessen.

Emotionale Überforderung

Emotional überfordert by Jason Bolonski

Von einer Revolution und tieferen Hintergründen brauche ich gar nicht zu reden – hier haben wir entweder ohnehin als einzelne Person zu wenig Einfluss darauf oder wir wollen zu große Sprünge auf unsere Kosten ohnehin nicht – denn das würde zwangsweise eine Preiserhöhung für alle bedeuten. Daher bleibt das Appellieren an die Freiwilligkeit, zumindest dem Ganzen einen Schub zu geben, den man selbst noch erfassen kann.
Es geht mir darum, an realistische Dinge ranzugehen. Das ist hilfreicher als sich aus gedanklicher Überforder-ung komplett abzuwenden.
Wann hat Systemkritik zum eigenen Nachteil schon gefruchtet? Man ist eine Minute lang erschrocken, empört, weiß nicht so recht, was man damit anfangen soll und wendet sich ab, weil man ein eigenes Leben hat – und das ist nachvollziehbar, so dürfte es ohnehin den meisten gehen. Systeme und Kulturen sind meist zu fern/komplex/diffus/abstrakt/mühselig, um direkt mitzuwirken/mitwirken zu wollen. Und ich nehme mich da nicht aus. Es geht mir in diesem Beitrag schlicht um näherliegende Situationsbezüge.

Warum reine Systemkritik wenig bringt…

Reine Systemkritik ist sehr oft Zeitverschwendung. Das dürfte so gut wie nie Leute aus dem Westen dazu bringen, irgendwas zu tun. Einfach, weil wir Nutznießer davon sind.
Systemkritik ist zudem zu abstrakt, um sich danach verantwortlich zu fühlen – auch wenn man der Grund dafür ist, warum das System aufrecht erhalten wird.
Wenn du ein abstraktes System kritisierst, hast du keinen klaren Feind/persönlichen Eingriffspunkt – und damit den perfekten Weg, sich nicht beteiligt zu fühlen. Anders, wenn man mitten eingeflochten ist und es endlich bemerkt – plus Methoden, zu denen man Bezug hat, ohne dass sie einem zu nahe treten.
Seien wir mal ehrlich: Von all den Systemkritikern würden 99% abspringen, wenn sie wüssten, was eine Systemänderung für SIE bedeuten würde. SO altruistisch ist in der Regel fast niemand. Die 1% wären wahrscheinlich hauptsächlich verzweifelte Masochisten, denen der eigene Lebensstil zu wenig bedeuten würde, um ihn aufrecht zu erhalten oder die ohnehin die Welt verzweifelt prinzipiell umgewälzt sehen wollen. Extrem wenige würden ihren Lebensstil aus Nächstenliebe für eine Systemänderung aufgeben. Das sind normale Schutzreaktionen und simpelste Psychologie.

Aufgepasst: Dieses Bild allein sorgt
dafür, dass viele den Artikel skippen. 😉 
by
Padmanaba01 | CC 2.0 by-sa

Warum nur ein schlechtes
Gewissen noch weniger bringt…

Ein schlechtes Gewissen hilft zudem auch wenig. Wenn sich etwas schlecht anfühlt (z.B. Schockbilder), liegt es allein schon biologisch nah, sich davon abzuwenden. Das, was wirkt, sind keine zu stark wahrnehmbaren Verstellungen, die dafür aber in den Alltag einbaubar sind und für einen persönlich nachvollziehbare Früchte ausmachen.
Wenn man an Personen spendet, bestehen z.B. auch die Gewissensbisse und Ängste, was man tun sollte, wenn man das Spenden beenden will. Man hat Angst, sich durchs eigene Gewissen sein Leben lang dazu verpflichtet zu fühlen, das fortzusetzen. Kriegt man traurige Briefe danach? Wie wird sich die Person danach fühlen? Man fühlt sich eingebaut, eingeklingt, verantwortlich. Das geht vielen zu nahe. Allgemeine Spenden sind einem dann wieder zu diffus, unbekannte Empfänger.

Potenziell hilfreichere Wege

Am Lohn von Arbeitern beteiligt zu sein, ist hingegen mit einem viel besseren Gefühl vereinbar und realistischer. Man kann stets anonym wählen, ob man entsprechende Ware kauft oder nicht. Zudem erhält man viel eher das Gefühl, fleißige Personen entlohnt zu haben, Arbeitsbeding-ungen etwas gebessert zu haben und auch selbst dafür etwas zu kriegen. Ich finde dieses Konzept ziemlich gut. Es geht zumeist aber unter – daher ist Anstupsen nicht schlecht.

Der Rest meines Artikels bezog sich zudem auf meine Kritik bezgl. den viel zu weltfremden Vorstellungen vieler Personen. Wir können nicht mit unserem Maß an solchen Orten messen. So lange das viele aber weiterhin so betrachten, dürfte der Sprung auch zu groß sein, realistischer an die Sachen ranzugehen.

 

Böse Konzerne in Dritte-Welt-Ländern

Die Sicht auf einem hohen Ross im Westen wirkt denkbar einfach. „Böse Konzerne, beuten arme Länder aus – die sollten mal netter sein!“ und gehen danach beim Discounter einkaufen, um sich dennoch die nächsten Designer-Waren zu kaufen.  

Zuletzt sah ich einen Artikel im Spiegel über Leihmutterschaft in Indien. 6000€ verdient eine Leihmutter dort plus gesundheitliche Versorgung und mehr. Wahrscheinlich mehr als sie durch normale Umstände je verdienen könnte. Die Kommentatoren finden es aber nicht gut – man solle direkt die Finger davon lassen, die Frauen könnten Nebenwirkungen kriegen etc. Und überhaupt sollte es dort Menschenrechte, bessere medizinische Versorgung, bessere Gehälter etc. geben. Woher? Na ja, so wie bei uns: Vom Himmel fallend. 

Ein Kommentar war in meinen Augen eigentlich genau das, was ich dachte:
 

4. Unreflektiertes Geblubber
matthias_b. heute, 10:35 Uhr
Das pro-Kopf-Einkommen liegt laut auswärtigem Amt bei 1000 Euro pro Jahr. Die Frauen verdienen also in einem Jahr sechs Mal so viel wie ein durchschnittlicher Inder, entsprechend ungefähr 200.000 Euro hier. Wenn das mal kein gutes Geschäft ist. Gesundheitliche Schäden und Komplikationen gibt’s auch aufm Bau für nen Hungerlohn.

Vielfach hört man „arme Frauen, Ausnutzung etc.“, einfach, weil wir es uns auf unserem hohen Ross nicht vorstellen könnten, so etwas einzugehen. Die wenigsten merken, dass sich diese Frauen freuen, weil sie nicht mehr schuften und am Existenzminimum samt Hunger und ohne Dach überm Kopf leben müssen. Für sie ist es eine Chance, ein Jahr lang satt zu sein, gesundheitlich umsorgt zu werden und danach finanziell für die nächsten Jahre auskommen zu können – mit normalen Jobs hätten sie das dort nicht erreicht, hätten danach gar kaputte Hände, Schlafmangel, Mangelernährung, Erschöpfung etc. – samt Arbeitsunfällen, für die selten jemand aufkommt.

Inder in New Delhi
by
Padmanaba01 | CC 2.0 by-sa

Falsch verstandene Mitarbeiter

Solche Kommentare über Ausplünderung kommen selbstverständlich von Westlichen, die den Luxus haben, Nebenwirkungen als Grund sehen zu können, nichts eingehen zu müssen.
Es ist wie das Meckern über Firmen, die billig in Afrika und Indien produzieren. Die Arbeiter hassen sie nicht dafür sondern lieben sie, einfach weil sie sonst gar keine Chance auf ein Leben hätten. Diese Menschen ackern lieber für einen Hungerlohn als dass gar keine Firma existiert und sie verhungern müssen. Diese Menschen wären wütend, wenn Firmen mit miesen Arbeitsbedingungen aus Menschenrechtsgründen abziehen müssten, denn dann hätten sie gar keinen Lebensunterhalt mehr.
Viele verstehen nicht, dass diese bösen Firmen, die wie jeder Mensch auf der Welt auf Lohnenswertigkeit achten, eigentlich ein Segen für die Menschen dort sind – so abwegig sich das für uns auch anhört. In den Ländern ist man nicht auf einem Stand, wählen zu können, welche Arbeitsbedingungen besser sind, sondern ob sie arm leben wollen oder direkt sterben.

Wie man wirklich etwas tun kann

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Unterschätztes Wikipedia in der Manipulationskritik

 
„Manipulativ, manipulierbar und selbst die CIA bedient sich mit Editierungsprogrammen daran, um Wahrheiten auszumerzen!“ Der Ruf von Wikipedia wird nicht selten geschädigt und doch ist dieses Werk zu einem unverzichtbaren Teil des Internets geworden. Aber was ist am Ärger über die Plattform dran?
Es mag umstritten sein, wie angreifbar die US-Version von Wikipedia ist, da Sichter fehlen. Allerdings existiert gerade in der englischen Wikipedia-Version ein riesiges weltweites Publikum, dem gewöhnlich keine Änderungen entgeht – dafür sorgen stets die archivierten Bearbeitungsprotokolle. Dennoch ist das System natürlich angreifbar. In Deutschland ist hingegen das Korrektur-publikum zwar kleiner, dafür werden aber Sichter eingesetzt. Sichter sind User, die gewisse Anforderungen erfüllen müssen (Dauer der Mitgliedschaft, Anzahl an editierten Artikeln und deren Genehmigung, keine Auffälligkeiten und jede Menge andere Punkte). Sie kontrollieren Artikeländerungen von Nicht-Sichtern (Neulinge, Unregistrierte und Unbekannte) vor der Veröffentlichung. Spontanes Masseneditieren mit Programmen ist in Deutschland aufgrund unserer typischen Bürokratie nicht im großen Stil umsetzbar. So weit darf man sich also beruhigen. (; Natürlich beseitigt es nicht die Eigenheit der Beiträge, allerdings sind auch hier nur Menschen am Werk. 

Für skeptische Personen empfiehlt es sich zudem, Artikel zweisprachig abzugleichen, denn der Wirkungsraum von Fakern ist begrenzt.

Die Stärke eines Kolloquiums

Ich persönlich halte Wikipedia für eine der zuverlässigsten Quellen im Internet – gerade weil Kontrolle aus allen Richtigungen besteht und Fachleute in Diskussionen schnell Probleme aufdecken können, dagegen argumentieren und erst mit entsprechenden Nachweisen z.B. über mehrere Studien größere Änderungen umsetzen können. Natürlich ist es themenabhängig. Die höchste Zuverlässigkeit empfinde ich im Raum Naturwissenschaft, da hier kaum Themen nach Auslegungssache bestehen, sondern feststehende Regelräume greifen.
Wikipedia arbeitet vergleichsweise selten über Gerüchte – mancherlei Journalist hingegen oft.

Hinter allen Quellen in allen Bereichen stecken Menschen – allerdings ist die Quantität der Kontrollpersonen auf Wikipedia viel umfassender als es anderorts möglich sein könnte. Nachforschungen zum Vergleich von Wikipedia zu Brockhaus ergaben zudem, dass Wikipedia zuverlässiger sei (Spiegel oder Stern berichteten über die Untersuchung). Auch könnte der Brockhaus bei all den Beschränkungen durch Mitarbeiterzahlen nie so umfangreiche Artikel veröffentlichen. Die Relevanz ist bei einem so großen Korrekturpublikum hoch, denn Wikipedia ist nicht primär auf Interessenvertretung aus, wie es andere Anbieter von Informationen sind. Wikipedia ist nicht auf Verfälschung angewiesen, um Klicks zu generieren – ganz anders als Magazine und Journalisten. Auch staatliche Institutionen sind nicht meinungsfrei. Und dass Studien auch problematisch sein können (Interesse, bekannt zu werden, um damit neue Finanzierungsmöglichkeiten zu erhalten; Sponsorenproblematik) ist ebenso bekannt. Auf wen ist noch Verlass? Viele setzen den Maßstab zu hoch, doch pure Zuverlässigkeit ist auf diesem Planeten nicht machbar.

Wie manipulativ ist Wikipedia?

Wikipedianer bemühen sich zumindest vielfach, oft fähige Studien zu wählen, viel abzugleichen, ausgewogen möglichst viele Seiten zu beleuchten und Debatten über die Themen vor Veröffentlichungen zu führen während der Rest der Welt nicht selten vieles anderen nachredet und es nachforschungsfrei ohne weitere Investigation als Beleg nimmt. Natürlich gibt es viele seriöse Quellen, die sehr gezielt arbeiten. In diesem Beitrag geht es mir jedoch um die Unterschätzung der Arbeit Wikipedias.

Nun könnte man als einen weiteren Manipulationsfaktor herangezüchtete Moderatoren betrachten (ob man Administratoren überhaupt heranzüchten kann, ist mir unbekannt – sie sind schließlich dafür zuständig, dass das System richtig läuft; weniger Artikel bezogen). Aber durch herangezüchtete Moderatoren dürfte es im kleineren Stil wohl zeitweilig möglich sein, zu manipulieren. Wird die Person aber gehäuft auffällig und die Beiträge oft genug als verfälschend markiert, verliert sie schnurstracks ihre Position. Ein Moderator kann zwar von permanenter Sichtung befreit werden, ist aber von permanenter Beobachtung und Kritik nicht ausgeschlossen und kann daher ebenso schnell gesperrt werden.

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Die englische Wikipedia nutzt die ganze Welt – und diese vergleicht permanent mehrsprachige Artikel untereinander, sodass Verfälschungen oft gut aufgedeckt werden können.

Perfekt ist nichts, besonders dann nicht, wenn es sich um Artikel kleineren Interesses handelt, wo kaum jemand ermittelt. Doch in ihrer Gesamtheit trägt Wikipedia mehr Aussagekraft als die meisten Medien, die darauf angewiesen sind, mit Klicks Geld zu verdienen und damit quasi notgedrungen verfälschend schreiben. 

Selbst seriöseste Organisationen sind fehleranfällig

Nicht einmal die weltweit renommiertesten Wissenschaftsmagazine wie Science sind frei von wissenschaftlichen Fehlern. Auch hier wurden schon Studien gedruckt, bei denen man nach einigen Hinterfragungen feststellen durfte, dass die Forscher Informationen anderer Studien als Voraussetzung nahmen, ohne sie selbst zu kontrollieren und darauf zu stark aufgebaut haben. Das ist grob fahrlässig, wenn es sich um Bezugsquellen handelt, die vielleicht nur eine einzige Studie als Forschungsquelle besitzen, denn auch als selbstverständlich gesehenes Wissen muss in der Forschung von Grund auf hinterfragt und mit anderweitigen Ergebnissen verglichen werden. Das ist enorm aufwendig und deswegen huscht man nicht selten gerne einfach zu grob drüber in der Hoffnung, man hätte Glück mit der Wahl der vorausgegangen Bezugsquellen gehabt. So etwas gehört aber nicht in Wissenschaftsmagazine.

Vielleicht ging es auch um die Methodik, die zu schwach durchgeprüft war – ich weiß es gerade nicht mehr. 
So etwas ist in den von Science gedruckten Studien selten der Fall, aber manchmal passiert es doch.

Der geniale Gemeinschaftsapparat

Was jedoch Wikipedia macht, ist glücklicherweise selten das Stützen von Artikeln auf einzelnen Studien, sondern auf einem Überblick solcher – auch mit Hinweisen auf Ausreißer. So etwas geht im wissenschaftlichen Überblick gerne etwas unter. Besonders Vergleichsstudien, die die Ergebnisse mehrerer Studien zusammenfassen, sind gut verbreitet.

In wissenschaftlichen Artikeln kann man nicht selten keinen einzigen Satz verändern ohne deftigen Nachweis. Gerade weil oft Profis des eigenen Fachs vor Ort sind und jene Artikel beobachten.

Womöglich unterschätzen viele den Aufbau von Wikipedia, da das Erste, was man sieht, die Editierfunktion ist. Der wesentlich größere Apparat, der von der Größe her viel gewaltiger als alle Artikel auf ganz Wikipedia ist, ist die Gemeinschaft aus engagierten Menschen dahinter, ihre Organisation, ihre Anzahl und ihre Diskussion. Es ist die riesige Arbeit im Hintergrund, die Wikipedia so einzigartig macht. 

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Vielfach unterschätztes Wikipedia

Wie grandios und umfangreich das Ganze umgesetzt ist, erfährt man meist erst, wenn man sich stärker mit der Organisation und den Möglichkeiten dort befasst und mitmacht. Gerade dann merkt man schnell, wie gut und oft sekundenschnell die gegenseitige Kontrolle dort funktioniert. Perfekt ist der Apparat natürlich nicht, aber definitiv herausragend und weltweit so vielseitig kontrolliert wie wohl kaum ein anderer Berichterstatter je zuvor. 

Wenn überhaupt, dann hält Manipulation nur in kleinen Artikeln länger stand, die wenig Interesse anziehen und daher nicht stark im Kontrollblick stehen – oder schlicht für die meisten dort zu irrelevant sind, um sich mit ihnen zu beschäftigen. Aus diesem Grund investiert dort kaum wer seine Zeit, um Verschwör-ungstheorien perfekt zu beleuchten – hingegen aber für soziale Begebenheiten, Krankheiten, Naturwissenschaftliches, Entdeckungen, Technik und mehr. Verschwörungstheoretiker arbeiten auch zu selten wissenschaftlich, um sich bei Wikipedia ausreichend zu engagieren, sodass sich letztendlich kaum wer um diese Artikel kümmert oder sich mit deren Inhalt beschäftigt.
Wenn Artikel kurz und merkwürdig geraten sind, sollte man in den Diskussionsbereich schauen – dort erfährt man oft viel mehr, was es mit dem Artikel auf sich hat und was den Schreibern große Fragezeichen bereitet.

Das Schöne an Wikipedia ist die weitgehend große Neutralität und Ausgewogenheit im Vergleich zu allen anderen Quellen. Man erfährt die Version beider Seiten, die sonst auf ihren eigenen Seiten sehr manipulativ schreiben können. Natürlich fühlen sich Personen mit präferierten Ansichten auf Wikipedia nicht selten schlecht – eben weil am Ende einer Diskussion meist Ausgeglichenheit erreicht wird, da jeder mitmachen kann und beide Seiten sich oft beteiligen. Man ist zum Kompromiss bei der Artikelbeleuchtung quasi oft gezwungen.
Den Wünschen entsprechend verläuft es nicht, aber i.d.R. verläuft vieles sehr bodenständig. 

Hand in Hand mit Fachliteratur

Nebenbei habe ich selbst sehr viel an Fachliteratur und gleiche diese gerne mit Wikipedia ab. Wikipedia ist in der Regel bei der Qualität stark überzeugend. Und auch mein Brockhaus konnte nie in solchem Umfang mithalten – von der Verständlichkeit gar nicht erst zu sprechen. Aber ich begrüße „Artenvielfalt“ unter Nachschlageanlaufstellen.

I [edit] Wikipedia mikeedesign

Wie fehlende Professorengrade die Kulturvielfalt steigern

Wikipedia hat enorm viele Bereiche, die über gängige Lehre gerne hinausgehen und nicht gleich einen Forschungstitel abverlangen. Sei es das Phänomen von Youtube-Charakteren, neumodische Begriffserklärungen, Sextoys, Rasenmähertypen, Filme, Animes, Videospiele, Firmengezicke oder informatische Themen, in die sich viele Hobbyinformatiker nicht selten eigenständig enorm reingesteigert haben. Mir ist klar, dass Sichter keine Professoren sind, aber diese Position ist gar nicht notwendig.
Andernfalls würden viele Kulturbereiche auf der Strecke bleiben und viele neumodische Erscheinungen sehr langsam registriert werden. Eine Zusatzplattform allein für wissenschaftliche Arbeiter und Experten würde ich jedoch sehr begrüßen – nur sind diese leider meist kostenpflichtig, da sich solche Mühe selten selbst bezahlt. 
Dass Wikipedia aber allein durch Engagement zu so beachtlicher Größe herangewachsen ist, ohne die Urheber zu bezahlen, ist ein genialer Punkt.

Und um einen Artikel über Michael Jackson zu schreiben muss man kein Profi sein – ein vernarrter Fan, der jedes Interview gesehen hat, kann bereits weiterhelfen.
Wikipedia ist in seiner Vielfalt riesig und daher in seiner Gesamtheit bemerkenswert. Dass sich viele mal mit Editiergezicke rumgequält haben, ist bei dieser Größe verständlich und bei dieser Offenheit ist es auch schwer, es jedem recht zu machen oder die absolut goldene Mitte zu treffen. Aber das, was rausgekommen ist, ist in meinen Augen großartig.

Die Magazinzwispaltigkeit

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McDonalds verschenkt Bücher

McDonalds-Essen | Foto: kodomut

Dem vorausgehend ist diese Meldung. McDonalds bemüht sich um ein grüneres Image und setzt ins Happy Meal Bücher statt Spielzeug.  Es wird viel kritisiert, aber andere Aspekte gibt es auch…

Der Cornflakes-Effekt

Wenn man schon da ist, dann nimmt man zumindest bildungstechnisch ein Stückchen mehr mit. Man kann Personen, die weniger mit der Bücherwelt zu tun haben, einen neuen Blickwinkel mitgeben.
Das Plastikspielzeug, das uns gut an Öl gekostet hat, landet ohnehin gerne schnell im Mülleimer und später in einer aufwendigen, Umwelt verschmutzenden Verbrennungsanlage (Plastik-Recycling ist schwer machbar und wird daher so gut wie gar nicht betrieben – lohnt sich bei den Energiekosten auch nicht sonderlich). Allein bei den Essens-Verpackungen stieg McDonalds auf Papier um, um weniger Plastikmüll zu produzieren.

Spannender als Essen by Frogglin

Und wenn man schon isst, dann liest man gerne das Nächstbeste nebenbei – denn wer kennt seine Cornflakes-Packung noch nicht auswendig? Eine gewisse Attraktivität erringt das Büchlein also fast schon automatisch beim Essen, da man sich mit irgendwas nebenbei beschäftigen will. Ein lebloses, billiges Spielzeug lernt man viel schneller kennen – und umso schneller verliert man auch das Interesse.
 
Das Erreichen der Ausgegrenzten

McDonalds wird für diesen Schritt schnell angegriffen und man hat das Gefühl, dass, wenn keine 180°-Drehung erreicht ist,  jeder kleine, milde Schritt auseinandergehackt werden müsste. Aber auch kleine Schritte können hilfreich sein. Und gewisse Menschen erreicht man anders eher schwer.

Vor allem Personen, die mit der Schule primär negative Erfahrungen haben und sich quasi bewusst von der Lesewelt aus Frust und Selbstzweifel abwenden, haben eine Chance, auch an Orten ein wenig angelockt zu werden, mit denen sie mehr Freude verbinden. Es wird eine Brücke geschaffen und ein Aufzeigen, dass Lesen auch an zugeneigteren Orten Spaß machen kann. Es ist wie ein Händereichen aus einer Richtung, die man alltäglich lieber mag als den Frustort Schule, wo man bei Leistungsmangel ziemlich schnell ausgelacht wird. So aber kann ein Interesse außerhalb entstehen und vielleicht gewinnt das Kind auch so viel Freude oder Interesse daran, dass es sich auch in der Schule mehr darauf einlässt.

ausgegrenzt by Abby Adams

Einem Kind bringt man Sachen ja auch eher in dem Bereich bei, wo es Spaß hat – eine Bibliothek wäre überfordernd. Und manche Eltern haben einfach keine Zeit oder die Fähigkeit, den Kindern eine Brücke zu schaffen und Dinge mit mehr Spaß und weniger Frust zu verbinden.

Eine Chance fürs Images

Prinzipdenken hilft in diesem Fall wenig weiter. Kleine Schritte, die Personen helfen könnten, werden nicht gerade unterstützt, wenn man sie sofort verunglimpft. Es vergrault eher jegliche Entwicklung, da abgestempelt und verurteilt wird – bei Personen wie bei Unternehmen. Wie soll man als ausgegrenzte Person neue Blickwinkel angehen, wenn man keine Chance kriegt und diese aus Prinzip abgelehnt werden? Irgendwann verweilt man in seinem Zustand und stagniert durch so viel prinzipielle Ablehnung bei jeder Kleinigkeit – es lohnt sich ja anscheinend nicht. Und für Kinder, die rein aus Spielzeugattraktivität McDonalds besucht haben, vergeht auch eher das Interesse an einem Besuch. Das Essverhalten kann also ein Stück gebessert werden. 

Natürlich arbeitet hier McDonalds nicht uneigennützig – das eigene Image ist ihnen wichtig, aber welches große Unternehmen strebt denn kein positives Image an? Man sieht: Die Konsumenten bestimmen das Angebot. In diesem Fall besteht derzeit ein Trend, gesünderes Essen und Bildungsreiches anzuvisieren und McDonalds zieht mit, um weiterhin Kunden zu haben. Früher war die Nachfrage geringer – entsprechend war das Angebot.

Restnahrung-Problematik

Natürlich kann man dadurch die Umwelt nicht in ein Paradies zaubern, aber während andere Unternehmen nicht einmal versuchen, eine Änderung zu schaffen, versucht sich McDonalds zumindest an kleinen Schritten. Und letztendlich bestimmen auch die Konsumenten die Ware. Bei McDonalds essen auch viele, weil es schnell und günstig im Vergleich zu Restaurants ist. Große Veränderungen, die sich viele bezgl. dem Umweltverhalten von McDonalds wünschen, wären bei diesen Preisen gar nicht effizient umsetzbar. McDonalds lässt es auf den Preis ankommen und die Bevölkerung entscheidet sich für diesen Preis (ob aus Geldmangel oder anderen Gründen). Und es gäbe auch einen nicht so hohen Absatz, würden die Produkte einem nicht gefallen. Dann würde sich das Sortiment schnell ändern. Daher empfehle ich diesen Kritikern: Geht mit Freunden öfter in gute, ökologische Restaurants, wenn ihr entsprechend viel Geld ausgeben könnt und Zeit habt. Viele können das aber nicht und deswegen ist die Nachfrage nach billig hergestellten Waren auch so hoch.

Markt in Afrika by IICD

Auch das Problem bezgl. „der Lieferung vieler Reste an afrikanische Länder, der dabei günstigeren Preise als jene im Inland und dadurch das Ruinieren ihrer Wirtschaft“ wird in den Kommentaren angesprochen:
Was ich dabei interessant finde, ist ein Aspekt, den der User bplhkp gebracht hat. Und zwar, dass McDonalds gerade das als minderwertig angesehene Fleisch verwerte, das sonst den afrikanischen Markt ruiniert hätte (wie es durch viele andere Unternehmen geschieht).
Das ist bei Brot oder Gemüse aber auch nicht anders, weswegen die Bauern dort schlechter ihre Waren verkaufen können. Gemüse ist subventioniert, da ist es logisch, dass man an diesen Preis als afrikanischer Bauer so nicht rankommen kann.
Die Alternative wäre, das ganze „wertarme“ Essen aus Europa wegzuwerfen. Oder es eben günstig noch zu verkaufen und dadurch die Wirtschaft zu schädigen.
Eine tadellose Lösung sehe ich nicht. Man müsste quasi vorm hungernden Afrika stehen bleiben und das Essen vor ihrer Nase wegwerfen, denn selbst Geschenke würden die Wirtschaft ruinieren und abhängig machen. Langfristig könnte man es aber vielleicht schaffen, sich zu erholen. Die Hungerperiode bis dahin wäre aber wohl unumgänglich.