Gute USB-Sticks vor GEMA-Gebühren-Erhöhung

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Wie geht PEARL denn bitte ab? 😀 Die wollen wohl bis zum letzten Drücker vor der Gebühreneinführung alles auf den Markt geben, was geht. 
32GB USB-Stick für 4,90€ (ausverkauft)
32GB USB-Stick für 6,90€  – kleinere Form (ausverkauft)

Zur Hardware:
Ich habe mir auch einen geholt und finde die Aktion super. Das ist wohl die letzte Chance auf ’nen günstigen USB-Stick vor der um 1850% erhöhten GEMA-Gebühr-Einführung bei USB-Sticks. Respektable Aktion. Man findet solch große USB-Sticks gewöhnlich nur ab 11€ und dann ist die Schreib- und Leserate katastrophal (hab auf Google Shopping und idealo.de vorbeigeschaut – allen „günstigen“ Sticks haben Schreibraten von 5-6MB/s und nicht 11MB/s). Der hier ist wohl wirklich ein Glückstreffer. Leider nur ein Stick pro Haushalt. Was Besseres habe ich im ganzen Netz nicht gefunden, also passt das ganz gut zur Situation. Wenn wer aber was Besseres gefunden hat: Her damit. 

Und keine Angst, das wird keine Werbeplattform. Ich setze das hier aus gegebenem Anlass rein, für die USB-Stick-Notleidenden.  Originalartikel zum Thema. Ich hab die Aktion allerlei Bekannten empfohlen und es gab auch viele Teilnehmer, weil es wirklich gravierend günstig ist und weil sich nicht alle von der GEMA später immer wieder „abziehen“ lassen wollen, wenn ein USB-Stick-Bedarf bestehen sollte. Wer also noch was will, sollte sich beeilen, denn ab Juli kommt die GEMA-Gebühren-Erhöhung. Mit der Plattform Groupon habe ich nebenbei sehr gute Erfahrung gemacht, ich kann aber nicht für alle Angebote sprechen (viele Fotoshooting-Angebote wirkten sehr amteurhaft, Kulinarisches war umso besser). PEARL hat aber meist recht fesche Produkte.  
Das ist dann wohl das letzte Rückblicksgeschenk einer günstigeren USB-Zeit. PEARL nutzt die Situation eigentlich recht gut. 
 

Zur GEMA:
Je mehr sich vor der Gebühreneinführung USB-Sticks kaufen, desto stärker sinkt der Bedarf, ab Juli noch welche zu kaufen, sodass die GEMA womöglich weniger als erhofft durch die übermäßige Gebührenerhebung bei allgemein sinkendem Umsatz der Produktion einnimmt. 
 

Die Preiserhöhung dank der GEMA geht in ein paar Tagen los. Nochmal zur Erinnerung: Nur 5% der Mitglieder mit den höchsten Einnahmen (kriegen 64% der Gesamteinnahmen) sind privilegiert, dort mitzubestimmen. Kein Wunder, dass kleine Stars keine Demos zu Werbezwecken veröffentlichen dürfen, um sich bekannt zu machen: Die großen Stars müssen es nicht, weil sie schon bekannt sind und genug PR haben – sie interessiert dann primär bei der GEMA wohl wirklich nur, Personen an den Geldbeutel zu gehen. Dafür werden die Kleinen von den Großen bei der GEMA dominiert und eingeschränkt. Alternativen haben sie kaum.

Wer also der GEMA noch mit ihrer Gebührenerhöhung von 1850% eines auswischen will, sollte vorsorgen, um später keinen USB-Stick mehr zu kaufen. Es ist egal wo, aber was Besseres habe ich nicht gefunden – und ich bin Groupon-Fan. 8D

Maßlose GEMA? Alternativen & aktueller Stand

 
Dass dank der GEMA-Gebühren-Erhöhung von nicht zu letzt sogar 2000% Clubs um ihre Existenz bangen dürften, schrieb ich grob bereits hier( auch Augsburger Allgemeine | Dehoga Bundesverband  ) 
Weitere neue Tarif-Rechnungen für 2013.

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USB-Stick-Gebühren fast 2000% höher

Nun aber werden selbst USB-Stick-Gebühren von der GEMA ab Juli um 1850%* erhöht.
*Chip spricht nicht konkret von reinem GEMA-Wille im ZPÜ-Gesamtgebühren-Anstieg (also GEMA, VG Wort sowie VG Bild-Kunst), Süddeutsche meint hingegen „Dann greift der neue, einseitig von der Gema festgesetzte Tarif“.

Ein USB-Stick kann keine Musik abspielen, ein MP3-Player ja, aber kein simpler USB-Stick – das Fehlen des Kopfhörer-Eingangs ist schließlich nicht zufällig. Ein USB-Stick ist ein reiner Datenüberträger, einem Aktenordner ähnelnd, und kann keine Musik abspielen – das kann nur der PC samt System und Player – hierfür gibt es aber bereits GEMA-Gebühren (sogar rückwirkend auf Jahre, PC-Herstellern wurden damit Schulden angehängt von Zeiten als es keine Gebühren gab!). 
Und jetzt auch USB-Sticks? Das Prozedere wirkt wie das Verlangen von Gebühren für eine CD-Hülle, nur weil man damit Musik transportieren kann – ohne sie damit anhören zu können. Bei Geräten mit Boxen oder Kopfhörer-Eingang wäre es nachvollziehbar, bei isolierten Datenträgern hingegen nicht.
Selbst wenn man sich Boot-Systeme draufkopieren würde, könnte man ohne PC oder entsprechende Anlage nichts abspielen. Und für diese Abspieler gibt es bereits Gebühren.

Eigenleistung liegt in meinen Augen hier fern. Bei Abspielgeräten ist es nachvollziehbar, bei CDs schien mir das ein Überbleibsel zu sein, da früher Musik primär nur so über die Ladentheke ging. Aber nun auf alles Gebühren zu erheben, was nichts abspielen kann, hat in meinen Augen nicht viel mit fairer Marktwirtschaft zu tun. 

 
Um Geld gebrachte Mitglieder? 

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Ich verstehe das Ziel der GEMA, Musiker fair zu entlohnen (dem sie ohnehin wohl nicht genügend nachkommen*) und zwar dort, wo Musiker durch Betrug wirklich Verluste machen könnten – aber das hier sind Entlohnungen ohne je Leistung erbracht zu haben. Wenn Musiker Geldprobleme haben, besitzen wir ein Sozialsystem, aber Gebühren unter dem Anspruch einer fairen marktwirtschaftlichen Beziehung zu erheben, die nie existiert hat, ist nicht gerecht. Hier geht es nicht darum, fair zu entlohnen, sondern mit ungerechtfertigten Einnahmen Ansprüche zu erheben, die so nicht bestehen dürften. 

* Das erinnert mich an Sängerin Barbara Clear, die während ihrer Tour 65.000 Euro² Gebühren für eigene Songs abführen musste, erwartet hatte sie mindestens 27.000 Euro Rück-Ausschüttung, bekam aber nur 5.000 Euro. Sie klagte und verlor – die Ausschüttungsmenge läge allein im Ermessen der GEMA selbst. 
²von diesen Zahlen spricht Gulli (verweist auf mkzä) und Euregio. Hingegen spricht Heise von 80.000 Euro abgegeben, 33.200 Euro erwartet, 10.000 Euro bekommen (Heises Quelle existiert nicht mehr). Wikipedia ebenso, mit dem Verweis auf Heise und Gulli(!). In der Wiki-Diskussion verweist die GEMA selbst auf eine nicht mehr vorhandene Quelle. 

Gehört habe ich zudem, dass Michael Jackson, ich glaube, den letzten Deutschlandauftritt seiner Tour vor seinem Tod abgesagt hat, weil er mehr Verluste beim Auftreten in Deutschland eingefahren hätte als Einnahmen erhalten hätte. Das mit Michael Jackson habe ich aber nicht nachgeprüft.

 
Gedrücke in alle Richtigungen 

Vor allem finde ich die Behauptung von Alexander Wolf, Syndikus der GEMA für internationale Rechtsfragen, (hier detaillierter) recht weitblickfrei „Kein Künstler lebt von der Promotion auf Youtube. Und es gibt da auch keine Kausalitäten.“. Ich kenne persönlich Musiker, die sehr gut dadurch verdienen und gerade nur dank Youtube bekannt wurden. Es gibt Bands, die ohne Label und GEMA vor ausverkauften Hallen spielen – so viel dazu, Youtube sei keine Werbung.
Auch hier ein etwas anderes nettes Beispiel: Sängerin Zoe Leela über die GEMA [Gulli]

Dass Musiker selbst Tantiemen für eigene Songs zahlen müssen und dabei weniger rauskriegen können als sie einbezahlt haben, ist bekannt, dass sie über ihr gesamtes Werk ohne Ausnahmen bei der GEMA bei einem Vertrag für 3 Jahre nicht mehr entscheiden können (nicht einmal selbst kostenfrei mit einzelnen Songs Werbung machen können), ist auch bekannt, aber hier kommt noch einmal etwas Deftiges:
– Nur 5% der Musiker bei der GEMA sind stimmberechtigt und dies ist allein von den Einnahmen abhängig. Aber diese 5% kriegen 64,2% der Ausschüttungen nach Heise.
– Sogar wenn man eine Veranstaltung mit GEMA-freier Musik macht, müsse man für jeden einzelnen Song nachweisen, dass er nicht von der GEMA ist (anstatt dass die GEMA die Beweislast trägt). Ist ein einziger Song nicht nachweisbar, müsse man die Gebühren für die komplette Veranstaltung zahlen.

 

Aktuelle GEMA-Alternativen

So lange die GEMA-Problematik kein Ende findet, gibt es ein paar Möglichkeiten:
– Bezüglich freier Sachen ist das hier interessant: C3S.eu
– Eine recht strategische Idee, als Künstler von den Nachteilen der GEMA verschont zu bleiben:

SemperVideo über eine geschickte Möglichkeit.

 

„Goldesel Youtube, die GEMA vertritt nur Musikerrechte“

Die ewig roten Zahlen Youtubes

Youtube wurde von Google für 1,3 Mrd. Euro gekauft und wurde zum Tochterunternehmen. Youtube hat dank Werbefinanzierung einen Umsatz von 127 Mio. Euro jährlich. Umsatz – nicht Gewinn! Bei den Massen an Servern, die sie für die Datenmenge brauchen; bei all den internationalen Mitarbeitern, Werbekostenerstattung an Youtube-Partner-Accounts und riesigen Traffickosten, die bei all den Aufrufen pro Video aufkommen, dürften sie von dem Gedanken an Gewinn nur träumen – von dem Glauben an einen Tag, an dem sich die reingesteckten Kaufkosten jemals decken sollten, ganz zu schweigen. Es darf sogar angezweifelt werden, ob Youtube mit dem Umsatz die laufenden Kosten überhaupt decken kann und nicht etwa Google zu Hauf Youtube in seinem Minus ausgleichen muss. Google hat Youtube aufgekauft, weil es ein Konkurrent war und nicht weil Youtube etwa profitabel sein könnte.

Wenn jetzt die GEMA nach ihrer Standardabrechnung von Youtube 12 Cent pro Videoaufruf anvisiert, dann wäre das nicht nur unrealistisch, sondern bei diesen hohen Betriebskosten  im Vergleich zu den geringen Werbeeinahmen nicht bezahlbar. Es macht einen riesigen Unterschied, ob man Werbung auf einer trafficleichten Textseite à la Suchmaschine veröffentlicht oder eben auf einer Seite mit Videos, die gerne 2GB Traffic pro Aufruf bringen. Da ist es verständlich, wenn Youtube sich sträubt. Es hätte weitere Verhandlungen gegeben, hätte die GEMA Youtube nicht auch noch verklagt, weil sie angeblich die Videos zu langsam löschen würden. Daraufhin kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Youtube überhaupt nicht mehr mit der GEMA verhandeln wollte. Und ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass Google ebenso kein Interesse auf diesen Stress hatte – das ist es einfach nicht wert, wenn Youtube ohnehin nur rote Zahlen schreibt und man mit Youtube permanent auf Schadensbegrenzung hinausläuft, um nicht noch mehr Rechtsstreits finanzieren zu müssen.


Starke Kritik eigener Mitglieder 

Musiker können die GEMA nebenbei zu Hauf nicht ausstehen. Alle werden über einen Kamm geschert, Ausnahmelizenzen gibt es nicht. Individuelles Handeln? Niemals. Ein Lied mal mit Creative Commons rausbringen? Kann man vergessen. Sogar bei eigenen Auftritten muss man Gebühren an die GEMA zahlen. Die Liste ist auch ewig lang: Mitgliederkritik an der GEMA

Nun ist das Vertreten von Musikerrechten eine wichtige Sache, aber es ist eine andere Sache wie dies umgesetzt wird. Und da hat die GEMA sehr wohl mehr freie Hand als ihre Verteidiger, das Lämmchen schützend, ihr zusprechen. Man handle nach dem Gesetzgeber? Dieser schreibt wohl kaum vor, wann man wen verklagen sollte und welche Höhe die Gebühren haben sollten…
Besonders in einem Land, in dem schon die erste Abmahnung finanziell unverhältnismäßig richtig ins Fleisch beißt, sollte man nicht noch gnadenloser werden…

Und dann die Meinung: Man müsse der GEMA ja nicht beitreten.
Wie will man sonst ohne tonnenschwere Juristenausgaben seine Rechte vertreten sehen, wenn nicht durch eine Verwertungsgesellschaft? Kennt jemand hierfür Alternativen, die sich so stark für einen juristisch einsetzen?

 
Noch einmal Preiserhöhung, bitte!

Neuerdings hat die GEMA die Preise auch noch ins Krankhafte gehoben: Artikel + Beispiel:
„Bei durchschnittlich zehn Veranstaltungen pro Monat in einer mittelgroßen Discothek mit 2 Dancefloors von z.B. 410 und 310 qm bei einem Eintrittsgeld von 8 Euro erhöhen sich die GEMA-Gebühren (inkl. aller Zuschläge) von 21.553 Euro netto/Jahr auf 147.916 Euro netto/Jahr (+ 686 %).“

Die Existenz von Schulveranstaltungen mit GEMA-Musik dürfte damit weitgehend gestorben sein. Von Schulspenden-Veranstaltungen ganz zu schweigen… (mir ist da ein Fall bekannt, da durfte eine Schulspendenveranstaltungen 4stellige Beiträge zahlen). Zusätzlich: Bei solchen Preisen und damit sinkender Vorführung sowie sinkendem Interesse, Veranstaltung aufgrund der dadurch krankhaft steigenden Getränkepreise zu besuchen, wird man erst recht seltener auf Musiker aufmerksam. Diese Leute wissen echt, wie man jedes Stück Werbung dadurch im Keim erstickt. Von all den Jobverlusten, um diese Gebühren zu zahlen, ganz zu schweigen. Wenn man die Kosten nicht decken kann, spart man am Personal, sprich gnadenlose Billiglöhne. Discotheken im Neuanfang mit kaum Umsatz werden damit komplett ruiniert.

 

Gnadenloser als Großunternehmen…

Einige kritisch zu sehende Zitate von Alexander Wolf, Syndikus der GEMA für internationale Rechtsfragen:

Auf die Frage, ob Youtube keine gute Werbung für Künstler wäre. Und wie die MP3-Entwicklung gesehen werde.
„Kein Künstler lebt von der Promotion auf Youtube. Und es gibt da auch keine Kausalitäten.“

„Ich kenne Karlheinz Brandenburg, den genialen Erfinder von MP3, recht gut. Er hat mir seine Erfindung in den 90er Jahren vorgestellt und gezeigt, wie man Musik digitalisiert beziehungsweise komprimiert. Ich habe ihn gefragt, warum bindest du die Musikindustrie nicht ein, das ist ein Teufelszeug. Und dann war die MP3 im Markt und damit die Tür offen, im Internet alles kostenlos massenhaft zu verbreiten. Wenn Sie mich fragen, welche Fehler die GEMA gemacht hat – wir hätten ihn vielleicht anflehen sollen, dass er diese Kompressionstechnologie MP3 nicht einfach freigibt, sondern über die GEMA lizenziert. Dass sich daraus ganze Industrien entwickelt haben, war in der Folge unvermeidlich.“

Warum es Video-Sperren gibt…

 

Revolutionäre, internationale Zukunft?

Die Zukunft dürfte eine zentrale Lizenzstelle haben, die Auszahlungssysteme besitzt, individualisierbar ist und eine riesige Datenbank hat. Dahinter dann auch noch Rechtevertreter und es passt. Eine Lizenzstelle, die den Künstlern selbst überlässt, welche Gebühren sie verlangen und wo Ausnahmen bestehen dürfen. Dadurch hätten Künstler mehr Freiheit und könnten ihre Vorhaben individueller gestalten und Veröffentlicher könnten nach Belieben die Datenbank nach passenden Angeboten durchsortieren.
Und diese Stelle wird irgendwann noch kommen. Und ich werde mich an dem Tag freuen, wenn die Verwertungsgesellschaften, die mit ihren alteingesessenen Beamten nicht im digitalen Zeitalter ankamen, dadurch von der Bildfläche verschwinden und der Zukunft eine faire Basis für Musiker, Nutzer und Veröffentlicher bereitet wird.
Die schönste Ironie wäre, wenn Google so etwas starten würde.
 

Zum Abschluss ein Kommentar von ypsilon2000, der mir ebenso sehr nahe liegt:
„‎Man versucht diesem mit Abmahnungen, Gesetzesinitiativen hin zu mehr Überwachung etc. Einhalt zu gebieten. Aber damit mutet man dem Konsumenten mehr zu, als er für den Konsum von Kunst bereit ist herzugeben, nämlich in letzter Instanz seine persönliche Freiheit.“

 

Wie geht es weiter?

„Das Landgericht Hamburg wird am 20. April klären, wie Youtube sich bei Urheberrechtsverletz-ungen im Fall dieser Videos zu verhalten hat. “ 

Allerdings gibt es zum Glück auch Lichtblicke: Es hat sich bewährt, dass Bands in ausverkauften Hallen spielen, die nicht einmal ein Plattenlabel im Rücken haben…