Böse Welt?

Sprung | by Jessica Mullen

[gedankliche Meinungswelt]

Ich sehe in der Welt kein „Böse“, sondern einfach allerlei Menschen mit verschiedenen Vorstellungen bezgl. ihrer Werte. 
Nur weil sie mit den meinen nicht harmonisieren, möchte ich andere deswegen nicht verurteilen – es ist ihr Leben. Außerdem liebe ich die Vielfalt dieser Welt – es ist atemberaubend und ein Abenteuer, allerlei neuen Erfahrungen zu begegnen. 
Und ich kann bestimmen, ob mich das „Böse“ nun mitnimmt oder nicht – denn die Umwelt kann es nicht. Die Gefühle entstehen in meinem Kopf. Dieselbe Sache kann den einen Menschen glücklich machen und den anderen traurig – es ist Einstellungssache, wie tendenziell die Emo-tionsskala zu etwas verläuft.
Denn: Stört mich wirklich etwas oder stört mich nicht eher das Gefühl, das dabei entsteht? Und muss ich Dinge nur auf diese Weise emotional bewerten? 

Mich stört das Unangenehme, das erst aus einer Begebenheit in mir entsteht, aber warum sollte ich daran haften, wenn ich’s nicht mag? Ich tue mir quasi nur selbst weh, also höre ich auf und verzeihe mir die selbst eingebrockte Gefühlslast, die ich in mir erschaffen habe.
Niemand zwingt mich, die Sachen so zu bewerten. Die Welt ist neutral – ich kann entscheiden und vorgelebte Gefühls-Vorlagen wählen oder selbst meine innere Welt erschaffen. Was da draußen passiert, hat keine Wertung.
Genauso wie die Gefühlsvorlagen sich je nach Trend und Erziehung ändern. Früher bekam man beigebracht, die Libido sei eine Sünde und man müsse sich dafür schämen (bis hin zu Verhaltensstörungen aus Unterdrückung heraus), heute ist es viel offener. Früher war’s okay einen Arm bei Diebstahl abzuhacken, heute wär’s ein Skandal. Wie ich Sachen bewerte und dadurch empfinde, kann ich ändern – auch durch mich selbst.

Der Kampf sitzt nur im Kopf

Ich muss die Welt nicht ändern, um mich besser zu fühlen. Ich muss einfach nur anders sehen.
Heute helfe ich anderen, weil ich es gerne tue – nicht aus Erwartungshaltung – und das macht mich viel glücklicher.

kämpfende Personen | von Polina Sergeeva

Da draußen ist nur für jene ein Kampf, die einen Kampf haben wollen. Man wird automatisch auch Feinde und Probleme finden (darauf liegt ja der Fokus) statt das wirkliche Schöne zu sehen und vielleicht dazu beitragen zu können. Da draußen hat keiner ein Schild, das dem- oder derjenigen eine Eigenschaft zuschreibt, das tut man innerlich selbst. Wer auf Kampf aus ist, kann viel Potenzial in all den Menschen übersehen, weil er immer wieder nach Situationen sucht, die für ihn rot sind. 

Wir sehen so viele selbstdefinierte Fehler, weil wir sie uns immer wieder vorhalten und genießen recht selten diese fantastische Welt mit all ihren Facetten.
Ich begegne heute den Sachen eher mit der Frage: Möchte ich mir das emotional jetzt wirklich antun oder ist’s nicht besser in sich glücklich und mit klarem Kopf dranzugehen?
Die Sache wird sich nicht ändern, aber meine Einstellung dazu – und das ist doch eigentlich das, was einen belastet. Das heißt aber nicht, man solle Emotionen nicht ausleben (+ ermöglichte Versöhnung mit ihnen) – sondern einfach nur die Einstellung dazu zu überprüfen.

Ich bin nicht hier, um von anderen zu erwarten, dass sie meiner Sicht folgen, aber ich biete es an. Ich bin auch niemand, der anderen sagen kann, was richtig sei oder nicht – denn es gibt kein „richtig“. Aber ich finde die jetzige Situation ganz gut, da heutige Möglichkeiten das ermöglichen, was ich selbst gerne von Herzen angehe. 
Wenn ich Verstärkungspunkte für meine Welt wähle und anderen näher bringe, ist’s meist, weil ich diese Version anbiete oder es selbst mag.

Stauffenberg by History In An Hour

Subjektive Hilfe

Hilfe ist also subjektiver Art, die durchs Ich entstand, da es auf der eigens definierten Empathie-Skala der eigenen Sicht beruht. Denn wer würde schließlich bei einem geplanten Mord direkt behilflich daherrennen? Aber ich würde diese Personen nicht geradewegs verurteilen. Selbst hier wechselt der Trend: Ab einer gewissen „Bosheitsrate“ der Verurteilten ist Mord für die Nation sogar eine Feier wert – ich sag‘ nur Stauffenberg, Saddam Hussein, Osama Bin Laden, Revolution in Ägypten, Nazis usw. Plötzlich ist man selber Mörder, hat aber eben jene verurteilt. Die frühe Verurteilung solcher Personen macht einen unempfindlicher für ihre Gedankenwelt, die nicht so unnachvollziehbar sein kann, wenn man ebenso unter den eigenen Wertevorstellungs-Umständen genauso handeln könnte. 

Es ist kein Vorwurf, es ist nur eine Sicht-Einstreuung.

Aus diesem Erwartungsverlust an die Anpassung der Welt an meine Vorlage kann ich viel lockerer an allerlei drangehen – und ha, plötzlich kommen solche Situationen so gut wie nicht mehr vor – und wenn, dann nehm‘ ich’s eher mit ’nem Lächeln. Ich spreche aber von innerer Einstellung. Das heißt nicht, dass ich nicht von außen pampig werden kann – Mittel zum Zweck. Und manchmal bin ich auch einfach so bockig – darf ich auch. 8D Ich versuche aber öfter, bewusster an Dinge ranzugehen, denn diese Weise fühlt sich für mich viel befreiender an.

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† „Osama bin Laden ist tot! Juhu!“ †

Darf man das eigentlich? Sich über den Tod freuen?

Nachdem die DNA-Tests gemacht wurden und diese mit Verwandten bin Ladens übereinstimmten, scheint der Fund sicher zu sein: Es ist wahrscheinlich Osama bin Laden, der von den Amerikanern am 2. Mai 2011 um 4 Uhr morgens als tot verkündet wurde.

Und weil sich viele auf Facebook über den fehlenden Prozess und die Tatsache, dass er erschossen wurde und Saddam Hussein hingegen einen Prozess bekam, aufregen, könnte man das doch als eine kleine Diskussionsgrundlage nehmen.

Die Amerikaner erschießen seit Jahren Terroristen und keiner schert sich um einen Prozess, aber bei Osama bin Laden empört es dann viele. Bin Laden war gut bewaffnet, leistete Waffenwiderstand und er hätte sehr wahrscheinlich seine Finder umgebracht, wenn er die Chance gehabt hätte – also keine normale Verhaftung unter normalen Umständen, bei der man die Judikative danach problemlos nachtragen hätte können. Saddam Hussein lag hingegen wehrlos in einem Loch und ergab sich auch direkt. Da war kein Schussgefecht nötig.
Auch die deutsche Rechtslage erlaubt es Polizisten ebenso in solchen Situationen auf den Verbrecher loszuschießen. Und wenn man einen Mörder anders nicht überwältigen kann, erschießt man ihn logischerweise eher als ihn weiterwüten zu lassen.
Problematisch sehe ich eher den Jubel. Man habe das Böse ihrer Wertvorstellung besiegt. Für die Terroristen waren die Amerikaner die bösen Feinde. Was sie beide gemeinsam haben: Beide jubeln über den Tod von Menschen. Das ist zwiespältig, aber die Schussgefecht-Handlung betrachte ich da ganz anders.

Ich kann die Freude der Angehörigen vom Anschlag verstehen – aber amtliche Freude ist dann doch etwas kritischer bei Ländern, die auf ihr Rechtssystem und den Menschenrespekt so stolz sind.

Es symbolisiert den Menschen von oben Vergeltung sei gut, Rache & Tötung in Ordnung, wenn begründeter Hass dahinter stehe. Und Menschenleben gegen anderes aufwiegbar. Und weil man sein Recht auf Leben damit vergolten hätte, es gut wäre wegen eines solchen Tods zu feiern und sich zu beglückwünschen.
Eine Einstellung, bei der die Wertvorstellung über das Leben anderer bestimmt, korreliert doch stark mit der Sicht anderer Mörder, die auch gerne aus Vergeltung und Rache töten – in ihren Augen ebenso gerechtfertigt.
Möchte man wirklich eine solche Moral mit einem Lächeln verbreiten und mit so einer Einstellung leben? Dass man die Gesellschaft schützen will, ist doch okay. Aber ab dem Punkt ab dem der Tod aus Rache zu einer angesehenen und guten Sache wird, die unkritisiert dasteht und bei der Freude normal wird, sollte man sich schon fragen, ob man nicht doch genau in die andere Richtung gelaufen ist. Nämlich in die, die Töten aufgrund von Wertvorstellungen rechtfertigt, deren Meinung auch viele Mörder sind.

Edit: Nun heißt es, dass Osama bin Laden eben doch nicht ernsthaft bewaffnet war, sondern dass Waffen nur in seiner Nähe lagen. Das klingt nicht mehr nach Schussgefecht…

Verschwörungstheorien

Erdbebenmaschine gegen Japan eingesetzt„, „Genozid durch Schweinegruppe„, usw.

Diese Nachricht kam mir heute auf Facebook nach dem recht tragischen Erdbeben samt Tsunami und womöglicher Kernschmelze in den AKWs zugeflogen:

Bilderberger Sklaven via Nina Lasarow
Die Antwort von Takenaka war, „weil Japan von einer Erdbebenmaschine bedroht wurde!!!“ – MDVsoft®

Da solche Themen doch recht große Tragweite finden, macht es vielleicht Sinn das Thema etwas aufzurollen und vielleicht spornt mein Kommentar den ein oder anderen auf, allerlei Sachen zu überdenken. Vielleicht auch Diskussionen zu starten.
So gesehen aber auch ein Archivier-Versuch des Kommentars, weil in Facebook vieles untergeht und dadurch nach einiger Zeit die Diskussionen oft stoppen.

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Technisch: Die Person im Blog argumentiert damit, dass menschlich geschaffene Ionosphären-veränderungen Erdbeben erschaffen würden. Allerdings ist die Sache doch genau umgedreht. Die Ionosphäre reagiert auf bevorstehende Erdbeben, indem Gestein, das unter Druck steht, elektromagnetische Ladungen freisetzt und diese dann die Ionosphäre beeinflussen. Die Ionosphäre ist damit maximal (nicht mal zuverlässig) ein Indikator, ein Symptom, für ein Erdbeben, kein Auslöser. Daher auch ein Warnsystem für bevorstehende Erdbeben, weil’s als Symptom einhergeht. Dass elektromagnetischen Wellen der US-Army Erdbeben schaffen, liegt ebenso fern. Wo zur Hölle soll man so locker dermaßen viel Energie herzaubern? Das würde das Infrastrukturnetz der USA plätten.

Und jetzt mal ehrlich, allein schon die Logik: Wer ist denn so suizidal + machtvoll überhaupt daran zu denken, AKWs anzugreifen?! Will man sein Leben lang Orte meiden und angstvoll Nahrung zu sich nehmen, weil sie irgendwie aus Japan importiert sein oder damit zu tun haben könnte? Ein klares Ausmaß ist nicht vorhersehbar, so ein angeblicher „Rachestrahlungs-Schlag“ hätte auch sehr risikoreich sein können – vor allem wenn man als fremder Staat nicht permanent nach der AKW-Ausrüstung sehen kann und die „Rachestrahlung“ damit Unvorhersehbares umsetzen könnte.

Außerdem piesacken sich Staaten das ganze Jahr über. So oft wie das passiert, müsste es fast jeden Tag eine Rache-Katastrophe geben. Bei Verschwörungstheoretikern zählt dann aber i.d.R. immer nur das zeitig am besten passendste Gespräch vor dem Unfall. Alle anderen Sticheleien sind wie nicht existent. Deswegen ist es auch so einfach für alles eine Interessenkonflikt-Begründung zu finden: Es sticheln ja auch alle das ganze Jahr fleißig gegeneinander – da ist immer was über, um’s irgendwo anzupassen. Nebenbei werden irgendwie auch oft wichtige Personen zitiert, zu deren Zitaten es keine Aufnahmen gibt. Einfach in den Wind behauptet.

Genauso der Schweinegrippen-Genozid: Weiterlesen

Atheism?

Scientific reasons reference the existence of an independent individual or particle. But the question is: What’s actually the definition of God? For some it’s a person, for others a name for the summary of energy and cohesion in this world – the reason why the world started to grow.
Like a name for a process or interaction in this world (the name of a source; finally we don’t know why the world even exists) – neither an independent particle nor something personal. That’s an opinion, too. Don’t sum up believers.

Otherwise, being agnostic makes people open for all kind of developments. Agnostics do not negate on principle like atheists. Being agnostic means: „We’re humans, we don’t know everything. If there appears something with structure or something convincing, I won’t say „no“ on principle – I will rather check it.“
The way how most atheists scientifically explain their opinion makes them look more atheistical agnostic than really atheistic because they’ve got a conclusion out of current facts which means: Other facts -> other conclusion? This way they seem to be still open for other developments that could change an opinion. It’s like saying „Actually it’s not completely clear, but right now (and because of the known facts) it looks like „no“.“

Religion contains extremists only in places where people have a lot of social deficits. Normally they’re just irenic and peaceable.
Are religious Aborigines or Indians hateful? And how about atheistic Military guys? Religion is not an expression of a painful situation like Marx said. But it’s often used in situations in which poor and bullied people cannot see a way to escape (economic problems, poorness, desperation). This way religion becomes an outlet. Linked with frustrated violence, it’s not original anymore.

Diesmal in Englisch, da ich’s bereits in einem anderen Bezug geschrieben habe. Und vielleicht interessiert das Thema auch Englischsprachige.

Tag der deutschen Einheit

Irgendwelche Anmerkungen? Na ja, nur das Alte, was bis heute noch dicke Auswirkungen hat:

Die Einheit kam viel zu schnell. Es wurde kein fester Wechselkurs angepeilt, es bestand keine Währungsstabilität der Ost-Mark in Bezug auf Wechselkurse und es gab massenhaft außenwirtschaftliche Anpassungsprobleme – woraufhin der Osten mit der Produktivität des Westens kaum mitkam und die Löhne entsprechend auseinander drifteten – bis heute! 21 Jahre nach der Wende. Und genau das bescherte uns unnötige jahrzehntelange Zahlungen und trotzdem sind bis heute die Unterschiede noch sehr stark einsehbar. Man hätte sich vorher mehr auf Stabilität und ökonomische Fähigkeit, eine Einheit zu bilden, fokussieren sollen (damit die Lebensbedingungen und Wohlstand flächendeckend entstehen) und nicht komplett überstürzend einen solch großen Wechsel aus Populismus für Wählerstimmen einführen sollen.

Wer will, kann zum Thema Einheit auch gerne etwas anmerken.

Zweite Erde?

Als der derzeit erdähnlichste Planet aus dem Orbit vom Stern Gliese 581 gilt Gliese 581g. Der Exoplanet könnte erdähnliche Temperaturen haben, liegt in der habitablen Zone und befindet sich „nur“ 20 Lichtjahre entfernt. Kleine, interessante Macken gibt’s aber dennoch (siehe Artikel).

Aber wenn wir schon von der Entfernung sprechen: 20 Lichtjahre = 189.214.609.451.616 km, also 189 Billionen km.

Derzeit schnellste Raumsonden (Helois 1 und 2) halten den Geschwindigkeitsrekord mit 252.792 km/h, also 70,2 km/s. 
189.214.609.451.616 km : 70,2 km/s =
2.695.364.807.003,08 s =
85.410,96 Jahre bräuchten wir mit den schnellsten Raumsonden dorthin, wenn die Geschwindigkeit stabil bleiben würde und keine Ablenkung und Zeitver-zögerung entstehen würde (z.B. durch Anziehungen anderer Planeten auf diesem Weg).

Bis solche Strecken per Tricks je über-querbar werden, leben wir bestimmt nicht mehr.
Allerdings haben Funkwellen mit 299.792,5 km/s (Lichtgeschwindigkeit) durchaus die Chance, den Planeten in 20 Jahren zu erreichen. Und dann, falls dort was Entwickeltes lebt, könnte man Daten-Pingpong alle 20 Jahre spielen.

Idee?

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Zu der weit verbreiteten Meinung, Astro-Forschung wäre weggeworfenes Geld und gehöre abgeschafft, weil erstmal Krisen Vorrang hätten:
Was ist denn dann mit Unterhaltungsbranche samt Hollywood, Videospielen und allem, was Spaß macht, naa? 😀 Das etwa auch abschaffen?

Die Entdeckungen, die jedoch beim Erforschen gemacht werden, könnten riesig sein. Ob neue Bausteine, technische Entwicklung oder gar Medizinisches sowie neue Informations- und Kommunikationswelten. Vielleicht auch vieles über uns selbst.

Falls die Menschheit in vielen vielen Jahren in der Lage sein sollte, solche Distanzen zu überbrücken (ob durch Wurmlöcher, Schwarze Löcher oder sonstige Wege, die derzeit noch theoretisch behandelt werden), sich sicherer im Weltall zu bewegen und notfalls an anderen Orten leben zu können, dann bestimmt nicht durch über Generationen überdauernden Forschungsgeld-Entzug.
Nur weil für uns heute noch etwas nicht direkt greifbar ist, muss man es nicht sogleich einstampfen.

Zur Unterhaltungsbranche: Es macht glücklich, motiviert dadurch, lässt auch mal bei Stress abschalten und fröhlicher einen neuen Tag beginnen. Es ist eine Spielerei auch für Erwachsene, die einen aufmuntert, wenn der Rest des Tages kalt, langweilig und herzlos war.
Während Forschung wenige Menschen interessiert, interessiert Unterhaltung fast jeden – weil jeder mal ’ne Auszeit braucht. Entsprechend fließt auch viel Geld dorthin. Deswegen ist es nichts Schlechtes. Weltraumforschung aber auch nicht. Nur neigen einfach viele immer nur schnell Ergebnisse zu wollen „Entweder ich flieg da direkt hin oder es ist nichts wert. Überlegungen, Berechnungen und Theorien reichen nicht.“ Der Prozess wird hingegen viel zu selten gewürdigt. Aber genau solchen langwierigen Prozessen verdanken wir in vielerlei Bereichen unsere technische Entwicklung.