Welche Wahl 2013 tatsächlich existiert


Ultra kurz für Lesefaule:

SPD  → pro Schwarz-Rot
CDU → pro Schwarz-Rot / pro Schwarz-Gelb (mehr)
alles andere → pro FDP (Schwarz-Gelb) / nicht regierungsfähig / „Stimmverlust“
   

 
Effektives Fazit:
Wer die FDP nicht in der Regierung will, sollte SPD wählen.

Wer anderes wählt, muss (statt mit Schwarz-Rot) ggf.
wieder mit Schwarz-Gelb in der Regierung rechnen.
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Simple und plausible Erklärung dafür:
(ohne viel Parteienprogramm, auch für Laien geeignet)

Man kann auch strategisch wählen – nach dem, was effektiv als Regierung durch Koalitionsmöglichkeiten rauskommen soll. Man muss nicht eine Partei effektiv aus eigener Übereinstimmung wählen, sondern sollte sich ebenso ansehen, wie die Sache realistisch enden soll:

Die einzigen möglichen Koalitionen sind: Rot-Grün, Schwarz-Rot, Schwarz-Gelb

Von diesen drei Optionen scheint in der Masse Schwarz-Rot der stärkste Kompromiss zu sein. Auch wenn es sicherlich viele Übereinstimmungen der beiden großen Parteien gibt, sind das die Parteien, die sich unter diesen drei Optionen am stärksten unterscheiden und sich nebenbei auch am stärksten in der Volksbeliebtheit widerspiegeln (sprich ohnehin die meisten Stimmen generieren werden).
Die beiden, selbst wenn sie weniger miteinander klarkommen, sind durch diesen Umstand gezwungen, Kompromisse einzugehen, um ein für sie zufriedenstellendes Ergebnis für die Mehrheit zu erzielen. 
Andere Koalitionen könnten hingegen ihre eigene Spur beim Sieg sogar verstärkter fahren als sonst. Schwarz-Gelb erfreut mich nicht stark, nach dem was besonders die FDP alles abgezogen hat, Rot-Grün schafft es in meinen Augen wunderbar allerlei runterzuwirtschaften (ungeachtet der netten Absichten). Schwarz-Rot scheint am akzeptablesten. Allerdings führt diese Koalition bei Verhandlungen gerne dazu, dass man den Mittelstand auseinandersäbelt, statt ausgeglichen zu entscheiden. 

Die CDU wird ihre Wähler ohnehin kriegen. Das Risiko ist, dass Schwarz-Gelb durch Direktmandate der Erststimme doch noch möglich sein könnte. Es gab Fälle bei denen es trotz einer nicht für den Parlamentseinzug ausreichender Zahl der Parteistimmen (also Zweitstimmen) dennoch möglich war, dass die Partei aufgrund von Direktmandaten ins Parlament einziehen konnte. Auch können Leihstimmen vieles knapp machen. Dies war zum Beispiel 2013 bei der Niedersachsenwahl der Fall. Die CDU hatte die Knappheit zur Schwarz-Gelben Regierung geahnt und ihre eigenen Wähler dazu aufgerufen, die FDP zu wählen, damit Schwarz-Gelb möglich wird. Das Vorhaben scheiterte an EINEM Sitz. Und vielen Wählern war es sicherlich klar: Selbst wenn sie die FDP nicht mögen sollten, wählen sie diese trotzdem, damit eine Koalition mit der SPD nicht möglich wird und die CDU die Überhand behält.

Conclusio: Die CDU wird ihre Wähler kriegen. Entscheidend für die Regierung ist, mit wem sie koaliert. Eine niedrige Stimmenzahl einer Koalitionspartei bedeutet nicht, dass die CDU sie nicht mitziehen könnte. Ich vermute, dass die SPD dieses Jahr so stark runtergefallen ist, dass die FDP notfalls mit Direktmandaten noch einsteigen könnte (Rot-Grün klappt in meinen Augen dieses Jahr aufgrund der schwachen SPD nicht mehr – während die CDU stark genug ist, die FDP auch an Land zu ziehen). 
 

Es stellt sich beim Endergebnis 
effektiv die Frage: Schwarz-Gelb oder Schwarz-Rot

In meinen Augen sind das realistisch die einzigen zwei Optionen, die man diesmal hat.

 Wichtig:

Meine persönlichen Einzel-Partei-Interessen zu verfolgen macht für mich weniger Sinn, wenn es mir näher liegt, was im Endergebnis stehen soll.
Also achtet auch auf strategische Umstände und nicht nur auf Parteisympathien und Übereinstimmungen – die bringen am Ende wenig, wenn das Ergebnis aufgrund des Koalitionsverhältnisses enttäuschend ist. 
Denkt auch nicht immer an Prozentzahlen, sondern auch an die Sitzeverteilung, die komplett anders ausfallen kann. Bei Wahlumfragen wird immer nur die Zweitstimme abgebildet, nicht die Direktmandate, die viel verändern können.
   

 
Wer es ganz genau wissen will: Wählt man…

SPD → pro Schwarz-Rot | Rot-Grün unrealistisch, da Rot recht schwach
CDU →  pro Schwarz-Rot & Schwarz-Gelb | Kontra Rot-Grün
Grüne → unwahrscheinlich regierungsfähig, da Rot-Grüns SPD schwach ist
FDP → trotz geringer Beliebtheit: Regierung durch Direktmandate möglich (+starke CDU zieht sie mit)
Linke → nicht regierungsfähig, teils wackelige Aussicht auf die Opposition

alle anderen (auch Piraten) → nicht regierungsfähig & keine Aussicht auf den Bundestag
→ verlorene Stimme bei der wirklichen Wahl (Schwarz-Gelb vs. Schwarz-Rot) 

nicht wählen  → gleiche Verteilung der Stimme auf alle
(nur national! Kommunal sind Nichtwahlen gefährlich – mehr